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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 48

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 48 (sequence 92)
Language
German
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48 wörtlich und wurde für jede ihm zugefügte Unbill zur strengen Rechenschaft gezogen. Mit welcher Pietät muß nun der Jsraelite an seinem Felde hängen, das ihm durch die Religion so warm ans Herz gelegt und auf die Seele gebunden ist! 2. Bei Strafandrohungen und Lohnverheißungen, die einem Volke oder Individuum als Folge der Uebertretung oder Befolgung eines Gesetzes gemacht werden, muß, wenn sie die Wirkung nicht verfehlen sotten, auf den Character des Volkes und Individuums Rücksicht genommen, werden. Alle Verheißungen und Androhungen Gottes an Israel aber für die Befolgung und Nichtbefolgung der göttlichen Lehren und Vorschriften haben den Segen und den Fluch des Bodens zum ausschließlichen Gegenstände (Lev. 26, 4, 5, 10, 26 und Deut.7, 12, 13.), ein klarer Beweis, daß sie an ein Volk gerichtet waren, dessen Hoffnungen und Befürchtungen nur im Boden wurzelten. 3. Der Charakter eines Volkes ist ferner aus seinen Festen zu erkennen; die israelitischen Feste aber sind, obschon national-historischen Ursprunges mit Ausnahme des Rosch-Haschona und Jom-Ha-kipnrim, durchgängig landwirthschaftliche Feste. Das Pessachfest ist ein Erntefest; denn in Palästina war die Ernte zweimal des Jahres, das erstemal im Monate NissM. Am ersten Tage des Pessachfestes wurde auch der Omer der neuen Frucht dem Priester gebracht. (Lev. 23, 10-11.) Deshalb wird auch der Monat Nissan Awiw, der Monat der Aehrenreife genannt (Deuter. 16, 1). Vom Tage nach der Darbringung des Omer, und wie die Schrift sich ausdrückt: »wenn die Sichel anhebt an der Saat« (Deuter. 16, 9) werden sieben Wochen oder siebenmalsieben Tage zum Bikurimfeste oder dem Feste der Erstlinge gezählt. Dieses Fest, welches auch Schewuoth oder Wochenfest heißt, wurde dadurch gefeiert, daß 1. vom neuen Getreide zwei Brode als Opfer (Lev. 23, 16 und

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