Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 89)
- Language
- German
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Besitz- und Arbeitsfähigkeit der Israeliten. Von A. Kohn, Kreisrabbiner in Raudnitz. Agrikultur und Industrie haben in der neuern Zeit in Oesterreich einen ungewöhnlichen Aufschwung genommen. Die Ursache hievon liegt in dem Impulse der Regierung, welche mit Kraft in wenigen Jahren anregte und leitete, wornach ein Jahrhundert vergebens strebte. In kurzer Zeit, Schlag auf Schlag entstanden Monumente, um der Gegeuivart und Zukunft Bewunderung abzuringen. Aufgebung des Prohibitivsystems, Schutzzollsystem in begrenztem Maßstabe, Ablösung der Robot, Creirung einer Hypothekenbank, Befreiung von Gewerbszwang, Gründung von Creditanstalten, Ausführung des Eisenbahnnetzes, — alles dies beweist die planmäßige Verfolgung der Idee: »Befreiung der Production von jeder beengenden Last, Zulassung einer natürlichen Concurrenz, principielle Arbeitsermöglichung.« Zu einer solchen Zeit darf wohl der Jsraelite auch hoffen, die ihn drückenden und das Priucip der freien Concurrenz beeinträchtigenden Fesseln bald fallen und auch ihm Besitz- und Arbeitsrecht zuerkannt zu sehen. Wir erlauben uns, diesen Interessen das Wort zu reden und unsere Besitz- und Arbeitsfähigkeit vom historischen, religiösen und praktischen Standpunkte aus zu beleuchten. Die Besitzfähigkeit. Welcher Gebrauch in Israel von jeher von Grund und Boden gemacht wurde, beweist vor Allen ein Blick in die Geschichte dieses Volkes. I. Die Patriarchen haben sich ausschließend mit Feldbau und Viehzucht beschäftigt. (1. B.M.26.12—14.) Den Brüdern Josephs wird das Land Gosen, als eine zum Ackerbau