Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 85)
- Language
- German
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41 der Zeit ist, tu Erinnerung zu bringen, tu welchem Ansehen bie Ausübung eines Handwerkes bei unserem Volke zur Zeit der Mischnah- und Talmud-Lehrer bestanden ist, und daß manche berühmte Lehrer selbst Arbeiter und Handwerker waren. Ich habe bereits Einiges darüber längst in einer hebräischen Abhandlung (Ricurehaitiin Jahrg.8, S. 20—23) nachgewiesen, und will daher manche detaillirte Citate hier ersparen, die man dort und im Buche Sedor liadaroth nachschlagen kann. Der fromme und gelehrte Patriarch Schemajah (ungefähr um 80 Jahre vor der üblichen Zeitrechnung) lehrte: »Liebe das Handwerk." (Track. Aboth 1. 10.) Dessen Schüler, der berühmte Patriarch Hilel, ernährte sich während der Zeit seines Studiums der traditionellen Lehre blos durch ein dürftiges Handwerk. Nach Einigen bestand dieses in Holzhauerei. Eben so soll der berühmte Lehrer Rabbi Akibah iu seinen jungen Jahren vom Holzhauen sich ernährt haben. (Aboth de R. Nathan b.) Ein anderer Mischnah-Lehrer legre jedem Vater die Pflicht auf, seinen Sohn ein Handwerk lernen zu lassen. Rabbi Jehudah setzte hinzu: »Wer seinen Sohn kein Handwerk lernen läßt, wird angesehen, als hätte er ihn zum Räuber erzogen.« Der Talmud erklärt, daß dieser Spruch seme volle Giltigkeit bewährt, selbst wenn Einer den Sohn im Handel unterrichten läßt. (Tract.Kiduschin 29 a 30b.) Dieser Rabbi Jehudah sagt an einer andern Stelle: »Wie wichtig ist das Handwerk, es ehrt den Meister!« (Nedarim 49 2.) Er rühmte auch die ausgezeichneten jüdischen Handwerker in der $u jener ßüt so volkreichen Stadt Alerandria, von welchen weiter unten. Die Handwerker brauchten nicht aufzustehen vor den Gelehrten, wenn sie während der Arbeit an ihnen vorbeigingen. (Chulin 45, b.) Rabbi Jsmael erklärt die Stelle: »Du sollst wählen