Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 58)
- Language
- German
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14 Er wollte seinem Lande nicht die Capitalien entziehen lassen, in deren Besitz Don Mole war. Auf Don Josephs Veranlassung wurde jedoch dem Herzog von Seiten des Großvenrs Rustem bedeutet, sich der Uebersiedlung des Dvn Mose nicht zu widersetzen, und er mußte gehorchen. Er schrieb einen demüthigen Brief an den Großvesir, daß er dem Bruder des Don Juan Miquez, wie Dorl Joseph von den europäischen Höfen noch immer genannt wurde, erlaube, mit seiner Familie Ferrara zu verlassen 32) (6. März 1558). Von Don Mose ist übrigens weiter keine Rede, er scheint keine hervorragende Persönlichkeit gewesen zu sein, und ordnete sich seinem altern Bruder gern unter, dessen Ansehen bei dem Prinzen auch ihm zu Gute kam. Auch er erhielt von Selim einen Jahrgehalt von fünfundzwanzig Aspern täglich. Auch Donna Gracia mußte um dieselbe Zeit die Hilfe der Pforte in Anspruch nehmen gegen die Ungerechtigkeit des Herzogs von Ferrara, der einen Betrüger urtb Undankbaren aus Habsucht beschützte. Es ist bereits erwähnt, daß sie ihrem Verwandten Enriquez Augustin oder Don Abraham Benveneste, der in Ferrara geblieben war, eine Summe zum Geschäftsbetriebe überlassen hatte. Vier Jahre hatte er ihr den versprochenen Autheil an dem Gewinne gegeben; als sie aber ihre Capitalien durch die Judenverfolgung, die von dem fanatischen Papste Paul IV. ausgegangen war und sich über einen Theil von Italien erstreckte, gefährdet glaubte, forderte sie dieselben zurück (1556). Don Abraham, ein unredlicher Compagnon, wollte aber gerade im Trüben fischen. Er suchte die Summe, die sich indeß auf 35,000 Gulden belief, durch allerlei Ausflüchte und Kniffe zurückzuhalten, um aber nicht vor Gericht gezogen werden zu können, stellte er sich hinter den Herzog von Ferrara und verschaffte sich von ihm einen Freibrief (salvo condofcto), daß er nur von einem Ferrarenser zur Verantwortung gezogen werden dürfe. Erst nach mehreren Jahren gelang es Donna Gcacia durch die