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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 3

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 3 (sequence 47)
Language
German
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3 aber tugendhaft gelebt hat, so müsse sie die Sünden ihres früheren Zustandes durch Leiden abbüßen. Daraus erklärte er sich die alltägliche Erscheinung, daß die Gerechten vom Unglück heimgesucht werden. 9) Den jungen Juan quälte aber nichts weniger als philosophische Probleme. Im Jünglingsalter kam er nach Antwerpen, wo die Statthalterin der Niederlande, Maria von Oesterreich, die kluge Schwester Carls V., Hof hielt, und nahm Theil an den Vergnügungen, welche diese Fürstin liebte. Stand er vermöge seiner Geburt dem Kreise der spanischen Granden nah'? Oder waren seine, männlichschönen Züge, seine ritterliche Haltung, seine Intelligenz der Adelsbrief, der ihn courfähig machte? Die Quellen haben sich nicht darüber ausgelassen, sie berichten nur, daß Maria die verwitwete Königin von Ungarn, Juan Miquez sehr zugethan 3) war. Im Verkehr an diesem Hofe und im Umgänge mit hervorragenden Staatsmännern des Königreichs der Niederlande lernte Juan Miqnez die Menschen und die politischen Verhältnisse kennen, welche in dem ersten Feuer der Reformationsepoche höchst verwickelt waren. Am meisten Freunde hatte er unter den niederländischen Calvinisten, 4) deren Opposition gegen die Tyrarmei Philipps II. er später ansporneu sollte. Er gefiel sich in Antwerpen so sehr, das damals in der Blüthe seines Handels und seiner politischen Bedeutung stand, und an dem niederländischen Hofe, wo die Regentin mit Milde herrschte, daß er sich eine längere Zeit dorr aufhielt (um 1540—1545), ohne an die Rückkehr zurReligion seiner Väter zu denken. Eine Herzensangelegenheit brachte ihn erst auf diesen Gedanken. Zur selben Zeit war eine reiche Witwe, Donna Beatrice de Luna, von Portugal nach Antwerpen gekommen, deren Vorfahren ebenfalls Marannen geworden und bereits in den Adelsstand erhoben worden waren. 'I Sie scheint mit ihrer Tochter Reina 6) und ihrem Gefolge in der Absicht nach Flandern gekommen zu sein, um zum Judenthum zu-

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