Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 323)
- Language
- German
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320 Männer verpflichtet, die seit vielen Jahren dem von ihm begonnenen Werke ihre Zeit und Mühe mit einer Ausdauer widmeten, welcher hauptsächlich der heutige erfreuliche Stand zuzuschreiben ist. Diesen Empfindungen gab er auch in einem von ihm dem leitenden Vorstand ausgebrachten Toast Raum, zugleich darauf hinweisend, daß ein tüchtiger, kräftiger Handwerksstand unter den vaterländischen Israeliten denselben zur Ehre gereiche und auch wohl noch einige Zeit zur Ehrenrettung gereichen werde. Zu den Rückblicken. Eine in Oesterreich erschienene neue Notariatsordnung vom 21. Mai 1855 setzt Ln §. 7 fest, daß zur Erlangung einer Notariatsstelle der Bewerber der christlichen Religion zngethan sein müsse. (Gegenwärtig sind mehrere Juden Notare; der zuerst ernannte war vr. Heinrich Edler von Hönigsberg zu Prag, ein Enkel des um die Tabaksregie in Oesterreich so hoch verdienten k. k. wirklichen nied. österr. Regierungsrathcs Israel Edlen von Hönigsberg.) Ihm folgten vr. Wiener m Brix und Dr. Schmelkes in Nicolsburg. In Bayern wurde I)r. Arnheim, das einzige jüdise o Mitglied der Kammer, und wie die »Augsb. Allg. Zeitung" sagt, im Rufe großer Geschäftsgewandtheit, für den Landtag erwählt. Aus Rußland melden Zeitungsnachrichten wiederholt, daß eine Gleichstellung der hebräischen Unterthanen mit den übrigen im Werke sei.' In der Türkei erschien eine Proclamation, durch welche die Rajahs der Kopfsteuer (Haradsch) enthoben und zum Kriegsdienste zugelaffen werden. In der Proclamation des Sultans ist überall nur von Rajahs die Rede; es ist kein Unterschied zwischen Christen und Juden gemacht. Der türkische Botschaftsrath und ehemalige Leibarzt vr. Spitzer zu Wien hat eben den Medjidieorden vom Sultan erhalten. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika dagegen haben die Staatsbehörden der Schweiz nachgegeben und den seit sechs Jahren in der Unterhandlung sich befindenden Handels- und Niederlassungsvertrag auf die christlichen Nordamerikaner und Schweizer beschrankt, nachdem er bis jetzt daran gescheitert war.