Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 322)
- Language
- German
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Nachträgliche Ergänzungen. Znm Wiener Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. (S. Seite los.) Am 12. Mai 1855 fand im Salon zum Sperl die diesjährige Generalversammlung des Vereines statt. Der Vorstand hatte es angemessen erachtet, sie — was seit ctlf Jahren nicht wieder geschehen — mit einem Festmahle zu verbinden. Einhundertvierzig Personen nahmen hieran Theil, und es zeigte sich neuerdings, daß die Sitte unserer Altvordern, Äiebeswerke mit Brudermahlen zu verbinden, eine gute sei und nicht in Vergessenheit gerathen sollte. Zwar knüpfte sich an dieses Festmahl kein so glänzender Act, wie an das zuletzt am 2. Juni 1844 in den k. k. Augartensalen begangene, an welchem der verewigte Großhändler Hermann Todesco eine Meisterstiftung von 10,000 fl. begründete; dennoch war die Feier eine schöne und erhebende, und die segensreichen Wirkungen des Vereines verschafften sich, weil von lebendigem Wort getragen, leichten Eingang zu allen Herzen. Das Deficit von 600 fl., das sich heuer durch besondere Auslagen herausgestellt hatte, wurde mehr als dreifach durch eine Subscription hereingebracht. Das Mahl wurde von einer Hymne, componirt und vom Oberrantor Sulzer in Begleitung des Chors herrlich vorgetragen, eingeleitet. Der Prediger Mannheimer hielt eine längere Ansprache und brachte den ersten Toast auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers aus, worauf die Volkshymne abgesungen wurde. Späterhin wurden verschiedene andere Toaste ausgebracht, und Ludwig August Frankl las ein schönes Gedicht, einen Toast den jüdischen Lehrlingen und ihren Meistern. Auch der Hingeschiedenen Wohtthäter des Vereins wurde mit einem Trinkspruche vom Religionslehrer Breuer gedacht, und gewiß Jedermann ging erhoben und befriedigt weg. Der Herausgeber dieses Jahrbuchs, der vor fünfzehn Jahren mit Gottes allmächtiger Hilfe und unter dem Beistand wackerer Männer diesen Verein begründete, hat unter mancher Lebensprüfung in dem Gedeihen desselben seinen süßesten Trost gefunden. Er fühlt sich daher auch zu persönlichem Danke gegen die edlen