Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 324)
- Language
- German
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32] Zur Ehrentafel. Den verdienstlichen Leistungen auf dem Gebiete der Landwirthschuft haben wir jene des Oeconomen Herrn Jo- Hann Braun in Preßburg anzureihen. Derselbe hat mehrere Raritäten voll Mastvieh aufgezogen. Er besitzt nämlich zwei Stuck Mastochsen (Zwillinge), sechs Jahre alt, welche zusammen 47 Eentner wiegen. Herr Braun beabsichtigt diese seltenen Thiere noch sechs Monate zu mästen und sie dann hieher exportiren zu lassen. Der genannte Oeconom wurde schon bei den landwirthschaftlichen Ausstellungen in Wien im Jahre 1848 ausgezeichnet. Herr Ferdinand Wertheim, Besitzer des Gutes Rams- Hofen in Oberösterreich und Vorsteher der Landwirthschaftsfiliale Braunau, dessen intelligenten landwirthschaftlichen Betrieb wir schon im vorigen Jahrgang hervorzuheben fandeu, hat sich ein neues Verdienst erworben, indem er zur Einführung der künstlichen Fischzucht mit Forellenbrut Versuche anstellte, die vom besten Erfolg begleitet wurden. Ans dem Gebiete der Fabriksindustrie haben wir noch der ausgezeichneten Leistungen der k. k. priv. Herender Porzellanfabrik des Moriz Fischer zu Totis in Ungarn zu erwähnen. Diese Fabrik wurde nämlich seit ihrem fünfzehnjährigen Bestehen bereits bei sechs verschiedenen Industrieausstellungen, an welchen sie sich betheiligt hatte, durch Verleihung von Medaillen ausgezeichnet. Namentlich erhielt sie im Jahre 1846 die große goldene Medaille und bei der Londoner Ausstellung im Jahre 1861 die Prize Medal und wurde von Sr. Maj. dem Könige der Belgier durch Verleihung der goldenen Civilmedaille ausgezeichnet. Unter ihren Kunden zählt sie die ausgezeichnetsten Notabilitäten des In- und Auslandes, die fremden Gesandten rc. Auch für den allerhöchsten k. k. Hof hatte die Fabrik mehrmals das Glück beschäftigt zu werden; so neuestens für Se. k. k. apost. Maj, unfern erhabenen Monarchen Allerhöchst selbst durch Bereitung zweier Service im altchinesischen Style (in welchem Genre überhaupt aus ihrem Atelier die ausgezeichnetsten Formirungen und in ihren originellen Formirüngen bisher unerreichte Kunstschöpfungen hervorgehen), wovon Se. Maj. ein Theeservice Allerhöchst Ihrer durchlauchtigsten Mutter, der Frau Erzherzogin Sophie, k. k. Hoheit, zum Weihnachtsgeschenke verehrt hatten. Ihre k. k. Hoheit geruhte der Fabrik huldreichft zu gestatten, daß dieses Service von der Fabrik zur Pariser Ausstellung gesendet werde, um dann wieder zurückgestettt zu werden. Satub. d 3St. .1850. 21