Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 320)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2830-2610173- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
317 Lunel, welche manche dortige Schriftsteller im Hebräischen ירח und sich selbst ירחים nennen, und so mögen sich die jüdischen Auswanderer von dieser Stadt auch מאור קטן genannt haben, mit welchem Namen der Mond bereits bei der Schöpfung (1. B« M. 1. 16.) benannt wurde. Daß aber israelitische ausgetriebene Proven^alen nach Wien gekommen und dort ansäßig worden sind, wissen wir aus dem Namen Aba Mari, der in manchen Inschriften dieses Werkes als Stammvater der Familie Chalfon erscheint (S. Nr. 32, 34, 57, 280), und bei Erwähnung desselben zum ersten Male (Nr. 32, 34, welche beide bloße Variationen einer und derselben Inschrift zu sein scheinen) es ausdrücklich heißt מי1צאי גלות צרפת »von den aus Frankreich vertriebenen«. Nun kommt aber dieser so seltene aramäische Name, der blos im babylonischen Talmud zu finden ist, nirgends in einem andern Lande und auch im übrigen Frankreich nicht vo., sondern blos in der Provence, wo der bekannte Verfasser des Mincliath Kenaoth (zum ersten Mal gedruckt in Preßburg 1838) lebte. Es ist auch merkwürdig, daß gerade unter diesen beiden Familien Abba Mari und Maor Katon (s. Nr. 15, 135, 202, 559) manche gelehrte Rabbiner vorkommen, die zugleich geschickte Aerzte waren. Ich glaube nun eine wahrscheinliche Vermuthung auszusprechen, daß manche schöne Poesien von spanisch-jüdischen Dichtern, wie R. Jehuda Halevi und Ben Gabriol, die in den polnisch-jüdischen Machsorim für die Sabattage der Sephira״ zeit u. dgl. sich finden, und in den ältern Machsorim für die Aschkenasim (deutsche Juden) gar nicht vorkommen, durch jene ausgewanderten Proventzalen über Süddeutschland, Oesterreich und Mähren nach Polen verbreitet worden sind. Inschrift (Nr. 174): Matil, Tochter des berühmten Chaim «Uohen Rapoports, gest. 1649. Dieser Letztere Lebte ungefähr 100 Jahre später. Inschrift (Nr. 397): Ar je Löb Emerich und seine Tochter Lara, gest. 1746. Das Sterbejahr des Vaters ist richtig gezeichnet, denn יום חמות gibt das Schöpfungsjahr 5507, welches nach der üblichen Zeitrechnung 1747 wäre, da aber der Sterbemonat Marcheschwan ist, welcher nahe vor Ablauf des christlichen Jahres fällt, so ist das Jahr 1746 richtig gestellt. Dagegen fehlt im Texte, und wie es scheint, aus Unleserlichkeit, die Bezeichnung des Sterbejahres der Tochter Lara. Ich erlaube mir hier, aus dem Vorgefundenen das Sterbejahr zu eruiren. Es heißt am Ende שנת וחגח 2!ום מאח; es soll nun dieses letzte Wort mit Quadratschrift heißen מאר> und die zwei noch fehlenden Wörter lauteten זה המות· Diese Worte beziehen sich