Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 220)
- Language
- German
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217 durch auserlesene Lehrmittel ragt die israelitische Kinderbewahranstalt zu Wien mit Recht unter andern Instituten dieser Art hervor. Dennoch bleibt die Localität eine hockst mangelhafte und der schon mehrmals ausgesprochene Wunsch zur Aneignung und Erbauung einer dem Zweck entsprechendes! konnte noch nicht zur Ausführung gelangen. Gleiche Wünsche verbleiben selbst in Ansehung solcher Institute, deren Wirkungskreis sich weit über das Weichbild dieser Stadt ausdehnt; wie Handwerksverein, Taubstummeninstitut, Spital. Die Anzahl der Hilfsbedürftigen, die aus Mangel an zureichenden Mitteln zurückgewiesen werden müssen, ist bei weitem größer als derer, die ausgenommen werden. Allein selbst in Aufthung der letzten hat die vortreffliche Taubstummenanstalt — über deren Verdienste um die Taubstummenbildung überhaupt, und über jene der israelitischen Taubstummen insbesondere wir im vorigen Jahrgange eine Skizze gaben — sich bisher mit einer sehr unzureichenden, ja in manchen Stücken gesundheitswidrigen Localität behelfen müssen. Wir hegen vor Allem den Wunsch, daß das Vorhandene vollkommen, oder doch wenigstens tadelfrei sei. Dabei können, dürfen wir es aber nicht bewenden lassen. Mit dein Zuwachs der Gemeinde an neuen Mitgliedern und Geldkrästen sollten auch neue Anstalten entstehen, die minder vermögende Gemeinden schon aufzuweisen haben: Waiseninstitute, Armen- und Arbeitsschulen, Lehrerseminarien. Selbst zugegeben, daß die Zeit der Errichtung der genannten Anstalten mindergünstig war, so fehlt es selbst ganz unb gar an solchen Veranstaltungen, die nur einen äußerst geringen Aufwand in Anspruch nehmen und doch nicht wenig geeignet sind dem Glauben und Wissen zur größeren Verbreitung zu verhelfen. Dahin rechnen wir namentlich Lesevereine für Erwachsene, wie für die Jugend. Besonders in letzterer Hinsicht leuchten uns wieder andere Religionsgenoffenschasten mit dem Beispiele vor. Wir können aber die bittere Bemerkung nicht unterdrücken, daß die Anschaffung guter und nützlicher Bücher nicht selten da noch zum unnö-