Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 218)
- Language
- German
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215 mitbete, dürfte wohl bald als unabweisliches Bedürfniß erkannt werden. Dazu wäre aber der Weg, daß sich gleichwie in andern jüdischen und nicht jüdischen Gemeinden Gesangsvereine für die Jugend beiderlei Geschlechtes bildeten. Es würde ganz genügen, wenn damit Stimm- oder Chorführer auf allen Seiten entständen, welche das Einfallen—selbst ohne die allerdings sehr fördernde Orgelbegleitung — ungemein erleichtern würden *). Zur Herbeiziehung des vorberührten Theils der Gemeinde, der jetzt so schmerzlich vermißt wird, bedürfte es aber auch solcher Einrichtungen, welche die Theilnahme am Gottesdienste besser ermöglichen. Wir glauben nicht, daß es dabei einer Ausdehnung der für die Handwerker — weil unausweichlich — zugelassenen Accomodation einer für den Sonntag anberaumten Andacht bedürfe: allerdings aber könnte an Samstagen selbst ein zweiter, oder wenn man will ein verlängerter Gottesdienst für diejenigen stattfinden, welche an der Theilnahme in den. ersten Frühstunden verhindert sind. Das deutsche Element könnte hier in Gebet und Gesang seine verdiente Beherzigung erfahren, ohne daß dem Hebräischen darum die nothwendige Geltung entzogen werden sollte. Aber in keinem Falle sollte diese Tafel — der Gottestisch — fernerhin für diejenigen leer blelben, für die er eigentlich bestimmt wurde **). .*) Der Verfasser dieses Aussatzes hat die Genugthuung, eiueu solchen Gesangsverein aus fremdem Boden hervorgerufen zu haben. Ein Versöhnungstag, den er im Ghetto zu Rom beging, gab ihm Veranlassung, seine freimüthigen Bemerkungen über die störende Disharmonie im Recitiren der Gebete darzulegen. Der würdige Vorsteher, Hr. Ala tri, schrieb ihm bald daraus, daß das wohlgemeinte Wort auf einen fruchtbaren Boden gefallen sei. Es hatte sich ein Verein aus bessern Familien gebildet, um den Gesang in der Gemeinde zu regeln. Rach den neuesten Mittheilungen aus Rom haben diese Bestrebungen den jüdischen Gottesdienst zu Rom in vieler Hinsicht zu einem auferbaulichen und musterhaften gemacht. **) In Berücksichtigung des angeregten Bedürfnisses erschien so eben von Dr. Philippson: »Kleines israelitisches Gesangbuch,^ enthaltend deutsche Lieder und zwciüimmige Melodien zu den