Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 216)
- Language
- German
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213 innerhalb der innern Umzäunung der Cultusgemeinde Bahn gebrochen; dennoch steht selbst bei Hauptgemeinden, geschweige denn bei andern, so manche Tafel inCultus-, Schul- und Ärmenweesen leer, oder sie ist nicht mit den rechten Schristzügen beschrieben. Aber, auch angenommen, daß an den gedachten Anstalten gar nichts auszusetzen wäre, und sie sich selbst zu wahren Musteranstalten erhoben, wird nicht rrnmer noch zu untersuchen sein, ob auch ihre Tragweite gebörig berechnet ist, und ob sie die Stelle, die sie einnehmen sotten, gehörig ausfüllen? Sprechen wir z. B. von dem uns zunächst Liegenden, so dürsen wir ohne Unbescheidenheit behaupten, daß die Wiener Cultusgemeinde Einrichtungen aufzuweisen hat, welche ihr gewiß einen Ehrenplatz unter den übrigen sichern. Der Gottesdienst, durch Mannheimers Kanzel- und Sulzer's musikalischen Vortrag verherrlicht, läßt namentlich an den höchsten Festtagen kaum etwas zu wünschen übrig, alle Acte, die durch die Religion ihreWeihe erhalten: Einsegnungen, Konfirmationen,Trauungen, Grabesgeleitungen, werden gewiß auf sehr würdige Weise begangen; der religiöse Unterricht der Knaben und Mädchen schreitet in gedeihlicher Weise vor. Andere aus der Privatwohlthätigkeit hervorgegangene Bildungsanstalten, wie z. B. die Kinderbewahranstalt, die Zeichnungsschule des Handwerkervereines, die Taubstummenanstalt, erfreuen sich nicht minder einer umsichtigen, ja musterhaften Leitung. Dasselbe gilt von dem seit länger .als einem Jahrhunderte bestehenden Jsraelitenspitale. Aber alle Medaillen haben ihre Kehrseite, und die benannten haben die vorberührte mit einander gemein. Machen wir es einmal wie der alte Gellert, der, um der damals allzu wohlwollenden Kritik (sie hat sich fettbem sehr verändert) ihr Unrecht nachzuweisen, drei von seinen am besten erachteten Erzählungen vornahm und nun Vers für Vers kritistrte. Wirwollen nichtso minutiös und auch glimpflicher Vorgehen, indem es uns nur darum zu thun ist, den Gedanken einer unzureichenden Wirksamkeit der bestehenden