Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 215)
- Language
- German
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212 Dieser Mangel an organischen, zu kräftigender (Stnugung führenden Institutionen ist eine wüste leere Tafel, deren Dasein nicht genug beklagt werden kann. Die Ungefügigkeit zu solcher Einigung ist es auch, welche so viele ehrenwerthe Bestrebungen der Versplitterung zuführt. So ist z. B. da mtb dort fast gleichzeitig der Gedanke rege geworden, auch an der Wiege des Judenthums, im heiligen Mutterlande helfend und fördernd einzutreten. Allein nun will der Eine den Zweck durch alt hergebrachte Spenden, der Andere durch neue Institutionen, der Dritte durch Aussendlinge zur Aneignung europäischer Gesittung und nutzbringenden Gewerbsfleißes erreichen. Dabei verketzert Einer den Andern und — der babylonische Thurmbau ist fertig; nicht aber der Ausbau einer bessern Zeit für Jerusalem und Palästina. *) Nicht besser steht es mit der Pflege der Wissenschaft des Judenthums. Große Bibliotheken, die für dieselbe mit unschätzbarer Sorgfalt gesammelt wurden, sind Ln fremde Hand übergegangen, oder in alle Welt zerstreut worden. Viele für das Judenthum höchst wichtige Werke können aus Mangel an Unterstützung nicht zu Tage gefördert werden, und der verdienstvolle Gelehrte ist eine Münze, die außer Cours in Israel gesetzt ist — und kaum das Bettelbrot hereinbringt. **) Eine bessere Verständigung hat sich in der letzten Zeit *) Wie" vernehmen jedoch, daß die von dem für diesen Zweck nnermüdlich thätigen Sir.Moses Monte fröre eingeleiteten Sammlungen, namentlich in Australien, von dem besten Erfolge begleitet wurden. Neuerdings hat der hochherzige Manu sich selbst nach Palästina begeben, um die Ausführung seiner Pläne aus sichere Grundlagen zu stellen. **) Wir freuen uns noch unter dem Drucke dieses Buches melden zu können, daß vr. Ludwig Philippson's Plan zur Gründung einer israelitischen Literaturgesetlschaft mit dem besten Erfolg begleitet worden ist. Die Gesellschaft sollte sich für constituirt erklären, sobald sie 400 Mitglieder aufzuweisen vermochte, und sie zählt bereits 1300.