Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 153)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2663-2610006- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
150 bücher ftir die Jugend in den verschiedensten Formen folgten hierauf. Vertretung der Rechtsverhältnisse der Juden nach außen. Darlegung und Vertheidiguug des israelitischen Religionssystems gegen so häufige Verunglimpfungen ward zum Thema sehr werthvoller Schriften, zum Theil mitgroßer Sachkenntniß und glühender Begeisterung abgefaßt. Die früheren weitschichtigen und parabolischen Vorträge machten einer Kanzelberedtsamkeit Platz, die in wenig Jahren einen sehr hohen Aufschwung nahm und ausgezeichnete Leistungen hervorrief. Ward das Feld der stritten »Dogmatik,« dem Judenthume ohnehin nicht ganz eigen, nur schüchtern betreten, so waren es hingegen Geschichte der Juden und des Judenthums, sowohl im Allgemeinen als über einzelne Perioden und hervorragende Männer, religions-philosophische Abhandlungen, wissenschaftliche Erläurerungen und Aufhellungen früherer Werke aus den verschiedensten Epochen, geographische Darstellungen, literarische Andeutungen und Anregungen, mehr oder minder mit gründlicher Kritik verbunden, die in selbstständigen Werken, Monographien, Jahrbüchern und Zeitschriften, meist in deutscher, aber doch auch mitunter in hebräischer und Einiges in französischer und italienischer Sprache in ungemeiner Fülle bearbeitet wurden und zur Anschauung kamen. Auch die beiden Ertreme, »die Reform und der Stillstand,« waren thätig und rüstig, und es fehlte in beiden Lagern nicht an literarischen Kämpfern für die von ihnen vertretenen Ansichten. Das alt-talmudische Gebiet war ebenfalls nicht ganz öde geblieben, mancherlei Deciflonen und Commentare nicht ohne Werth erschienen noch auf diesem Gefilde, während das Judenthum auch nach einer ganz andern Seite hin, in der »Belletristik,« würdige Vertretung jetzt fand. Werfen wir nun einen Blick auf die Erzeugnisse jüdischer Autoren auf dem Gebiete des Judenthums und in den dahin einschlagenden Fächern vornehmlich in Deutschland seit 1853! — Die eigentliche Bibelforschung hatte seit dem Aussterben der »Biuristen« aus der Mendelssohn'schen Schule,