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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 151

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 151 (sequence 154)
Language
German
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151 dem Auftreten Reggio's und Luzzato's und dem Erscheinen des Salomonischen und des Zunzischen Bibelwerkes keine weiteren nennenswerthen Schriften von jüdischen Gelehrten hervorgebracht. Theils legte man sich jetzt mehr auf diejenigen Disciplinen, die lange minder berücksichtigt geblieben waren, oder von deren Bearbeitung man in Bezug auf liturgische Verbesserungen oder Reformbestrebungen einen Praktik schen Nutzen erwartete; theils war auch die allgemeine höhere Kritik der biblischen Schriften zu einem solchen Stadium gelangt, daß manche Rücksichten hier so lange Stillschweigen geboten, bis die verschiedenen Meinungen und Auffassungen sich geklärt haben würden. Z. Frankel war wohl einer der Ersten, diese Klippe zu umschiffen, indem er in seinen beiden Schriften »Vorstudien zu der Septuaginta« und »Ueber den Einfluß der palästinischen Eregese und dieAlerandrinische Hermeneutik« mindestens das Feld der »Geschichte der Bibeleregese« wieder betrat. — Die jüngste Periode hat hingegen im Fache der Bibelerklärung wieder Manches aufzuweisen. Herrheimer nahm in den Anmerkungen zu seiner deutschen Bibelübersetzung, wovon jetzt die zweite vermehrte Auflage erschien, auch auf weiter gehende sprachliche und kritische Ansichten Bezug. Philipp son's so eben vollendetes Bibelwerk verdient hinsichtlich seiner Vollständigkeit und glänzenden Ausstattung allerdings ein Nationalwerk genannt zu werden. Manche eigenthümliche Ansichten im Commentare, wie z. B. über Tempel- und Opfersymbolik, über die Absassungszeit mancher Psalmen u. s. w., wird der Verfasser bei einer künftigen neuen Auflage gewiß gern der Revision unterwerfen, so wie die hie und da eingeschlichenen Jrrthümer berichtigen *). Noch ist eine Schrift von Saalschütz: »Form und Geist der biblisch-hebräischen Poesie,« als *) So war z. B. »Raschbam« bekanntlich nicht der Enkel »Aben ezraV (wie es S. XLIV der allgem. Einleitung heißt) sondern »Raschi’s.«

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