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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 129

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 129 (sequence 132)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609284--2642-2609985
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129 das den Aufenthalt der Israeliten tu der k. k. Militärgrenze beschrankende Verbot gänzlich anfzulassen und demgemäß allen mit den nöthigen gesetzlichen Urkunden versehenen Israeliten mit alleiniger Ausnahme der Hausirer der Aufenthalt in der Militärgrenze ohne alle Beschränkung zu gestatten. — Wo sich sonst israelitische Cultusgemeinden neu constituirt haben, wie dies Ln Niederösterreich in den größeren Landstädten St. Pölten und Krems der Fall war, baden sie durchaus keinen Anlaß zu Beschwerden gegeben, und Ln löblicher Weise sofort auf die nöthigen Einrichtungen in Cultus-, Unterrichts- und Armenwesen Bedacht genommen. Hiebei müssen wir es auch anerkennend hervorheben, daß den österreichischen Juden in Allem, was die Ausübung ihres Cultus betrifft, der möglichste Vorschub zu Theil geworden ist. Namentlich wurde den Gemeinden zu Brünn, Pest und Wien die Bewilligung ertheilt, neue, würdige Gotteshäuser zu erbauen, ohne daß dabei eine Beschränkung Platz gegriffen hätte. Auch in Bezug auf die für die strebsame Jugend so wichtige Frage der Anstellungsfähigkeit haben sich tröstlichere Aussichten eröffnet. Mehrere Anstellungen und Beförderungen haben, so viel wir erfahren, im Departement der Eommunicationen stattgefunden, und — was seit Kaiser Joseph II., das ist seit 70 Jahren, sich in Oesterreich nicht wieder begeben — ein Jude wurde zum wirklichen k. k. Regierungsrath erhoben. Es ist dies der als publicistischer Schriftsteller rühmlich bekannte ehemalige kurheffische Consul vr. Carl Weil. Die kaiserliche Gnade hat ihm Amt und Titel zu verleihen geruht, ohne daß ihm dabei das Opfer seiner Bekenntnißtreue — zu welchem er sich auch nimmer entschlossen hätte — auferlegt worden wäre. Dem Vernehmen nach wurde auch durch dieselbe allerhöchste Huld das Anstellungsgesuch des ehemaligen Assistenten der höheren Mathematik am k. k. polytechnischen Institute, Simon Spitzer (wir verweisen auf die Ehrentafel), allergnädigst signirt, ohne daß sich jedoch noch eine offene Stelle für ihn gefunden hätte. Jahrb. d. Jsr. 1856. 9

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