Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 56)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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53 ägyptischen Priester und Diener, deren Geschäft es war, dem Könige bei der Mahlzeit allfzuwarten, wurden ihres gewöhnlichen Dienstes entbunden, und der König ließ den jüdischen Priester holen, den Segen zu sprechen. Dieser erhob sich und dankte dem Herrn für die Speisen, welche sie zu genießen im Begriffe waren, und schloß mit einem feurigen Gebete zum Himmel für den König und das Volk. Das Sitzen bei Tische war abweichend von unserer Weise. Vornehme Personen saßen an besondern Tischen und hatte Jeder ein besonderes Schüsselchen (1. M. 43, 32). Nach den Rabbinern (Berachoth) soll man zwar auch für gewöhnlich besondere Eßtische gehabt haben, wie dies bei den Griechen der Fall war; allein aus Sam. (16, 2; Ps. 128, 3) erhellt, daß Mehrere an einem Tische aßen. Der Gastgeber weist die Plätze an (I. M 42, 33; I. S. 9. 22. Lukas 14, 9). Die Sitze und die Tafeln waren sehr niedrig, was wir schon aus der Dimension der Tempeltafeln folgern können. Der oberste Platz war der Ehrenplatz. Anfangs saßen die Israeliten während des Essens (1. M. 27, 19. Ruth 19, 6) wie die Griechen zur Zeit des Homer und ist diese Bemerkung nützlich zur Bestimmung der Zeit; denn später, d. i. zur Zeit der Perserherrschaft, aßen sie liegend auf einem Divan oder weichen Polster, wie die Perser und andere Orientalen, welchen auch Griechen und Römer die Sitchn nachahmten (siehe Fleury, les moeurs des Israelites). Drei Personen benützten einen Polster, die Füße nach hinten zu ausgestreckt, mit dem Hinterkopfe an der Brust seines Nachbars liegend und auf die linke Hand gestützt. Der Mittelplatz war dann der Ehrenplatz (Berach). Besonders bei Gastmählern sitzt die Gesellschaft in einem Halbkreis oder an den Wänden auf den kreuzweis untergeschlagenen Füßen auf Teppichen oder auf Divanen, die mit Teppichen belegt sind I (vgl. Niebuhr's Beschreibung . I Auch dem Aermsten mußte bei der Pfändung ein Sopha zum Sitzen beim Essen gelassen werden.