Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 51)
- Language
- German
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48 glänzende Schläuche (Jes. 25, 6. Ps. 26, 9. Neh. 4, 18. 1. M. 19, 3. Esth. 3, 15). Diejenigen, welche starke Getränke liebten, waren mit reinem Weine nicht zufrieden, sondern mischten ihn noch mit Gewürzen, vorzüglich mit Myrrhen, die ihm eine berauschende Kraft mitthellten (Hohes Lied 1 , 2). Ein solcher Wein wurde gewöhnlich den zum Tode Verurtheilten zu trinken gegeben (Ps. 75, 9. Jes. 5, 22. vgl. 19, 14), und war es überhaupt das Zeichen und Bild eines Unglücks, wenn man Jemanden zum Leeren eines mit starken Getränken gefüllten Bechers nöthigte (Jer. 8, 14z 9, 15; 25, 15, 16, 48, 26; 51, 17. Hab. 2, 15. 16. Nah. 3, 11. Zach. 12). Die Zubereitung des Weines in Palästina geschah auf andere Weise, als bei uns. Man füllte ihn in Thonkrüge, stellte diese dann in die Sonne, wodurch er in Gährung gerietst und so stark wurde, daß bei dem Genüsse weniger Gläser schon der Rausch erfolgte. Nach einem genommenen Bade wurde ein Getränk, ans Wein, Oel und Wasser zubereitet, gerne genommen. Außer dem Weine finden wir noch mehrere Gattungen stärkerer Getränke, auch eine künstliche, aus Getreide und Früchten gewonnene Flüssigkeit bezeichnet, von welchen wir nur des im Pesachim IIJ. 1. erwähnten medischen Waizen- oder Gerstenbieres und des edomitischen Essigs (aus Gerste und Wein gemacht) gedenken. Die Leute aus der untern Elaffe, und besonders Ackersleute tranken ein saures Getränk, Essig mit Oel vermischt, womit sie sich namentlich zur Hitzezeit erfrischten und ihr Brot eintunkten (Ruth. 2, 14). Die Bibel bezeichnet das Land Kanaan als das Land, worin Milch und Honig fließt, was beweist, daß an beiden Ueberfluß vorhanden war. Man trank nicht nur Kuhmilch, sondern auch Schafmilch (5. M. 32, 14) und Ziegenmilch, welche man öfters bei frugalen Familienmahlzeiten benützte und die man besonders achtete (Sp. 27, 2). Auch dick oder geronnen genoß man sie und bereitete Butter daraus (Jes. 7, 22), gewöhnlich durch Schlagen und Drücken (Spr. S. 30, 33). Der Honig war besonders beliebt, zum Dessert