Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 50)
- Language
- German
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47 wilde Honig (Baum- und Waldhonig, auch Manna genannt), eine Flüssigkeit, die aus einem dornartigen Gesträuche hervorquillt. Solchen Honig aß Jonathan gegen das Gelübde seines Vaters (1. S. 14, 27). Endlich ist noch zu bemerken, daß die alten Israeliten das Getreide nicht blos zu Mehl mahlen ließen, sondern auch die Körner roh aßen und die Aehren, die reifen oder halbreifen (von den Alten »Sangen« genannt) rösteten und sofort verzehrten (Jos. 5, 11. Ruth 2. 14). Im Bairischen wird Aehnliches unter dem Namen »Grünkern« genossen. d. Getr a n k e. Das Hauptgetränk der alten Israeliten war Wasser. Säufer sind nicht selten der Gegenstand heftiger prophetischer Strafreden. In zu großer Menge genossen, wird der Wein als der Gesundheit nachtheilig in starken Ausdrücken geschildert und berichtet, daß der Todtengräber Abba Saul die Knochen der Weinsäufer brandig gefunden habe. Der mäßige Genuß hingegen war sehr empfohlen; der Nisiräer, der sich freiwillig desselben, enthielt, war zur Darbringung eines Schuldopfers verpflichtet; besonders alten Leuten wurde er als heilsam empfohlen. Rother Wein war besonders beliebt (5. M. 32, 14. Spr. S. 23, 31). Man mischte den Wein mir Wasser, da seine feurige Kraft sonst zu berauschend gewirkt hätte *), und brachte ihn besonders bei Gastmählern, bei denen er selten fehlte, in *) Ueber den Weinstock Palästinas berichtet Schubert, Theil III. S. 112 ff.: Der Weinftock von Palästina wird nicht nur in der feurigen Kraft seines Frnchtfaftes, sondern auch, wenigstens im südlichen Gebirge des Landes, an Größe und Menge der Trauben von keinem andern Weinstock der Erde über troffen. Ich habe am Libanon Wein getrunken, dem mir kein anderer an Kraft und Wohlgeschmack gleich zu kommen schien, welchen ich jemals sonst getrunken.