Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 49)
- Language
- German
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46 erweichen mußte, ward als Zukost gegessen. (Oft Verasch. Rab. 860t. 11, 41. Midrasch Ruth 6, 1.) Häufig wurde und wird noch heute der Reisbrei (Pilaw) gegessen. Der Reis wurde abgehülst, getrocknetzu einem Brei verkocht, mit einer Fleischbrühe versehen, auch wohl roth oder blau gefärbt. Linsen waren sehr beliebt, besonders die ägyptischen Linsen, deren Frucht mit den braunrothen Schoten gekocht wurde (Schabb. P. 7. Mischnah 4), wodurch es um so eher ein rothes Gericht genannt werden konnte. (1. M. 25, 29.) Wer gewohnt ist, sagen unsere Gelehrten, alle 30 Tage Linsen zu genießen, ist vor Bräune geschützt; alle Tage aber dieses Gericht zu genießen, ist nicht zu rathen, weil es einen üblen Mundgeruch verursacht. Reis und Linsen ist noch heute ein gewöhnliches Abendbrot der Araber. (S. Burkhard's Arabien, Sp. S. 51.) Gurken sind gleichfalls geliebt und daher vielfältig uitb auf eigenen Gurkenseldern gezogen. (K.ilaim 3, 4. Schabit 2.) Ihr hebräischer Name soll von ihrer Unverdaulichkeit herrühren. Auch Knoblauch wurde gebraucht und am Freitag Abend zu essen angerathen. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, den Muth und die Mannhaftigkeit zu befördern. (Baba Kama, Kilaim Schabbath.) Zwiebel. Man röstet sie, zerschneidet sie in vier Stücke und ißt sie mit geröstetem Fleische, auch macht man eine Art Suppe daraus. Kümmel wurde zum Würzen der Speisen gebraucht. Auch benützte man ihn zum Heizen des Ofens, wenn man dem Brote einen angenehmen Geruch beibringen wollte. (Terumä 10, 4.) An Pfeffer fehlte es auch nicht; man hatte sogar eigene Mühlen für ihn. (Beza II. 3.) Sehr gern aßen die Israeliten auch Feigen und Rosinenkuchen. Die Feigen wurden getrocknet oder dicht und fest aneinander gelegt, so daß sie an einander klebten und die Form eines Kuchens erhielten. Zuweilen mischte man auch andere Früchte: Mandeln, Pistazien rc. hinzu. (1. S. 25, 18.) Eine eigenthümliche Speise der Israeliten war der