Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 48)
- Language
- German
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45 man durchstach und mit Olivenöl durchtränktez die Rokikin waren Oelfladenz die Tuffine Pittin wurden wie unser Zwieback bereitet und aus einer Metallplatte geröstet. Das Backen der Mehlspeisen geschah auf vierfache Weise: 1. Man formte den im Backtroge bereiteten Teig zu dem beliebigen Backwerke, knetete ihn zwar meistens mit Oel, jedoch auch mit Butter, bisweilen auch mit Eiern und Gewürzen und nun machte man auf dem Boden Feuer an, nahm dies weg, sobald der Boden durchheizt war, und legte sodann das zu Backende auf den Boden, wendete es, sobald es gekrustet war und bedeckte es mit Asche, Sand und heißer Erde. Also wurden die Kohlen- oder Aschenkuchen gebacken, von denen Elias auf seiner Flucht vor Jezebel mehrere erhielt (1. K. 19, 6. 1. M. 18, 6. 19. 1. K. 17, 13. Ez. 4, 12. 15. Hosea 7, 8) oder man brannte aus Holzmangel gedörrten Mist an (wie noch heute), machte darin Steine glühend und legte die Speise auf diese und buk sie. (1. K. 19, 6. Jes. 6, 6.) Oder der Teig wurde auf eiserne Platten gelegt, die auf einer durch untergelegtes Feuer erwärmten Unterlage ruhten. Endlich buk man in Backöfen, die weiter unten beschrieben werden. Das Backen war Sache der Frauen (1. M. 18, 6. 1. S. 8, 13. 2. S. 13, 6. 8); es werden jedoch auch die Bäcker erwähnt. (Hos. 7, 4. Jer. 37, 21.) Das Braten geschah theils mittelst eines Rostes, theils durch Hohlziegel, die man glühend machte. (Beza 4, 7.) e. Gemüse und Zukost. Die gewöhnlichsten Gemüse waren Bohnen, Reisbrei und Linsen. Die Bohnen wurden zu einem Teig verrieben und auch geröstet von den Armen gegessen. (2. S. 17, 28.) Dem Hohenpriester wurden sie jedoch versagt, weil sie schläfrig machen. Die Feigenbohne, welche (nach Schabb. Abschnitt 18. M. 1) eine Speise der Armen war, mit bitterem Samen, den man vor dem Gebrauche einige Tage im Wasser