Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 43)
- Language
- German
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40 zu lauter Festtagen machen.« »Der Löwe brüllt nicht (wird nicht übermüthig) bei der Krippe voll Stroh, sondern bei der Krippe voll Fleisch.« »Lieber iß Zwiebel und abermals Zwiebel, als daß du Hühner und Gänse issest und darnach gelüstest.« »Wein ist nur da, um Trauernde zu trösten.« »Wein mäßig genossen, labt, übermäßig erschlafft.« »Wer seine Augen stets aufs Glas richtet (dem Trunk ergeben ist), dem ist die ganze Welt eine Ebene (er findet keinen Anstoß an Unsittlichkeiten).« »Wer Schwanzbraten ißt, muß sich auf dem Boden verstecken, wer Kohl ißt, kann auf öffentlicher Straße schlafen.« »Kein Thier ist ärmer als der Hund, weil er wählerisch hinsichtlich der Speisen ist, keines reicher als das Schwein, weil es ohne Auswahl frißt.« (Siehe auch Reschis Chochmah, Cap. 15, 64.) »Wer seinen Magen mit irgend einer Speise überfüllt, den wird ein Fieber ergreifen.« »Gerade wenn eine Mahlzeit dir am meisten mundet, entziehe dich derselben.« Solche Marimen hatten sie in Bezug ans Mäßigkeit in Speise und Trank. Erwägen wir die Zahl der heutigen Speisen, die wir uns aus allen Welttheilen zu verschaffen suchen, gegen die kleine Summe der Nahrungsmittel der alten Israeliten. Von Fleischspeisen wurden genossen: Ochsen, Kälber, Schafe, Ziegen, verschiedene Arten Geflügel, Heuschrecken und verschiedene Arten Fische und Eier \). Doch auch diese Fleischspeisen wurden A) Wenn de Wette und Andere vom Genüsse der Fische bei den Israeliten wenige Spuren finden wollen, so beruht dies auf Unkenntniß dieser Sache- Das Speisengesetz in Bezug ans Fische 4. M. 11, 5, die vielfachen Andeutungen der Bibel über die Fischerei, die auch oft figürlich angewandt werden, die Erwähnung der Fischinstrumente Hiob 40, 25. 26, Jesaia 19, 8-, Jermias 10, 16. Amos 10, 12., Habackuk 1, 15. 16., Ezechiel 26, 5. 47, 10, die Benennung eines Thors zu Jerusalem mit dem Namen Fischerthor, weil in dessen Nähe Fische zum Verkauf gebracht wurden und die Sendung der Fische von Tyrus aus nach Jerusalem, Neh. 13, 16., beweist, daß die Juden keine Verächter der Fische gewesen.