Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
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Rüche unö Taset der allen Israeliten. Von Emanuel Hecht. I. Arten der Speisen. Wenige Völker des Erdenrundes wußten sich bezüglich der sinnlichen Genüsse derart in der goldenen Mitte zu halten, wie die Israeliten. Weder eine spartanische, zur gänzlichen widernatürlichen Selbstverleugnung führende Abhärtungsweise, noch eine persische Verweichlichung ward jemals bei den Israeliten gefunden. Das Linsengericht wornach dem Esau so gewaltig gelüstete, das Mahl womit der gastfreundliche Abraham die drei fremden Fußwanderer zu erfrischen suchte, die Speisen welche Isaak so sehnlich begehrte und womit ihn Rebekka befriedigen konnte; die Verachtung, die in vielen Stellen der Bibel sich gegen Schlemmer und Trunkenbolde aussprach; die Strafe der Steinigung die dem unmäßigen Sohne bevorstand: dies Alles beweist, daß Frugalität eine der schönen Blumen im Lebenskranz der alten Israeliten war. Auch in späterer Zeit und zwar nicht nur in jener, wo ein hartes Geschick, wo schwere Drangsale die ruhelos Umherirrenden schon an und für sich auf Mäßigkeit hinwies, sondern in den besseren Tagen des Glückes betrachteten sie Schwelgerei und Ueppigkeit als die Quellen verschiedenartigen fressenden Unheils. Sprüche wie folgende, deren Zahl eine sehr große, bekunden dies: »Bei vollem Bauche wird das Böse genährt.« »Wer Gerstenbrot vertragen kann und ißt doch Weizenbrot, der Übertritt das Verbot: Du sollst nichts verderben.« »Gelüste nicht immer nach den Tischen der Könige.« Aboth. 6, 5. und Sabb. 15, 2. »Ich werfe den Koth über die, die ihre Tage