Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 41)
- Language
- German
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38 geschärft haben, genießen die Freude, welche der Anblick der Meisterwerke dem Menschen gewährt, vielseitig, man möchte sagen, allseitig ist das Reich der Tonkunst; jedes Volk und jede Zeit, jede Bildungsstufe und jedes Gefühl findet Ln der Musik den Ausdruck ihrer Ahnungen und Wünsche. Wie des Dichters Wort die Menschen bildet und erhebt, so erfreut und begeistert des Sängers Laut des Sterblichen Sinn und Herz; sinnlich wie alles dem Menschen Vernehmbare ist ihr Wirken, aber die Tonkunst widerstrebt nicht dem reinen Gottesgedanken des Judenthmns. Das immer junge, immer alte Volk der Juden, das in Jerusalem sang und in Babel seine Harfen hatte, zählt nun auch in neuer Zeit unter den Heroen dieser Kunst nicht wenige Meister, die, wir brauchen die Bescheidenheit nicht zur Stummheit zu erniedrigen, nicht zu den letzten gezählt zu werden verdienen. Während wir beinahe keinen Bildhauer, und als Maler wenigstens nicht solche besitzen, die dieser Kunstform als Meister vorschweben, hat die Musik schnell in kurzer Zeit sich jugendlicher Gemüther bemächtigt, die, ohne es zu wissen, ohne es zu ahnen, das Richtige trafen, denn die Musik ist, wenn man die Bildhauerkunst die heidnische, die Malerei die christliche Kunst nennen kmm, die jüdische Kunst. (Paris.)