Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 445)
- Language
- German
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341 „Ist das auch ein's von Deinen Maximen?" sagte der Randar schneidend kurz. „Ja, Rebb Szimche," entgegneteKobi, „und sie wird's auch bleiben." Der Nandar fand, wie es schien, keine passende Gegenrede darauf; plötzlich wandte er sich zu seiner Tochter um: „Mirl," sagte er, „zeig dem Jüngel, wo er schlafen kann. Morgen wollen wir von seinem Geschäft reden. Gute Nacht." „Gute Nacht, Nebb Szimche." rief ihm Kobi nach. Mirl zeigte ihm noch ein schon offenes Bett, das in der Wohnstube stand. Im Fortgehen bestrahlte ihn noch einmal das milde Lächeln ihres Antlitzes; es war. als ließe es eine gute Botschaft, ein Beseligendes zurück für die Träume der Nacht, die zwischen jetzt und dem kommenden Morgen als Brücke lag. — Kobi ging noch einige Zeit sinnend in der großen Wohnstube auf und nieder; er überdachte den heutigen Tag. Konnte er damit zufrieden sein? Zweifel und Hoffnungen wogten gleichmäßig durch sein Herz, bald sank die Schale der einen, bald die der andern. Ruhe war es nicht, die in sein Gemüth kam. Kaum hatte er sich entkleidet, als es leise an die Thüre pochte. „Bist Du noch auf?" ertönte von draußen die Stimme des Randars. „Ja, Rebb Szimche." Der Randar trat herein, er war noch in seiner Tagkleidung, in der Hand hielt er ein brennendes Licht. „Ich Hab' nur etwas sehen wollen," sagte er, indem er die volle Flamme des Lichtes aus Kobi fallen ließ. „Jetzt ist's in der Ordnung! Schlaf gut." Matt und zerschlagen erwachte Kobi am andern Morgen aus qualvollem Schlafe; der Schlummer hatte ihn nicht