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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 313

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 313 (sequence 417)
Language
German
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IRI
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313 Eine minutenlange Stille herrschte, nachdem Kobi so gesprochen, in der Stube. „Dn willst also wirklich gehen? Kobi Leben, weißt Du» was Du willst?" rief dann Perl, indem sie die Augen mit angstvollem Erstaunen auf ihren Sohn richtete. „ „Warum nicht, MutterLeben?" " meinte dieser trocken. „ „Warum soll ich ein so schönes Geschäft auslassen? Man verdient nicht so bald ein so schönes Stück Geld." " „Jetzt red' ich nichts mehr," sagte Perl nach einer langen Pause, „Du mußt das besser wissen als ich; denn wenn Du schon gehen willst, darf ick nichts dagegen haben." Perl hatte einen so hohen Begriff von der Weisheit und dem „Kopfe" ihres Kindes, daß sie wirklich von dem Augenblicke an, wo Kobi seinen Entschluß zu gehen in so entschiedenen Ausdrücken aussprach, Muth und Besinnung zurückerhielt. „„Da hastDu, wie er ist," sagte Rebb Wolf, „für Andere will er auf die Beschau gehen und wird die Sache gut zu Ende führen; dahingegen, wenn er für sich selbst gehen soll, bleibt er zu Hause und ist zu still. Ich Hab' das gleich im Voraus gewußt."" Perl wagte wirklich weiter keinen Widerspruch; sie begnügte sich damit, die beiden Männer über die Art und Weise, wie der Gang zu dem „Bären" ausgeführt werden sollte, berathen zu hören. Sie selbst „mischte" sich mit keinem Worte hinein; aber sie hörte genug , um vollauf Beschäftigung für ihre Seele zu haben. Es war merkwürdig, wie Rebb Wolf seinen Sohn belehrte, wie er ihm den Weg zeigte, auf dem er gehen müsse, um an den Randar zu kommen. Diplomaten und andere Leute hätten da lernen können, wie man eine so schwierige „Mission" behandeln muß. Nebb Wolf zeigte sich in dieser Unterredung wirklich als den klugen und gewitzten „Min," wofür er galt; eine solche Fülle von Weisheit hatte selbst Perl nie aus dem Munde ihres Mannes gehört; sie war voll Bewunderung. Leider müssen wir über diese im geheimnißvollsten Geflüster gehaltenen Verhandlungen einen

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