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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 273

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 273 (sequence 379)
Language
German
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IRI
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273 im Chore Klaglieder an, ganz nach orientalisch-monotoner Weise, so daß der Fremde vor sich leibhaftig jene „klagenden Frauen Mekonenolti)" zu sehen glaubt, deren so oft die Propheten erwähnen. — Während der ersten sieben Trauertage wird der leidtragenden Familie, von Bekannten und weiteren Verwandten, die Kost nach Hause zugeschickt, jeden Tag von einer andern Familie. Die Familie, deren Tour es ist, die Kost heute den Leidtragenden zu schicken, kommt selbst mit, dann wird aus demFußboden einTeppich ausgebreitet, daraus aus niedrigen Tischgestellen der Tisch gedeckt. Die ganze Versammlung lagert sich um den Tisch und speiset zusammen. Ist die leidtragende Familie angesehen und zahlreich, so nehmen derlei Tranermahle fast das Ansehen von Festmahlen an. Ueber Beschäftigung, Charakter und Haltung derSpagniolen, sowohl den christlichen wie den andern jüdischen Einwohnern des Landes gegenüber, habe ich oben bereits das Nöthige erwähnt, und so bleibt mir schließlich nur noch die Bemerkung zu machen übrig, daß ein wahrer Fortschritt für die walachischen Spagniolen nur dann möglich und ausführbar sein wird, wenn sie sich erst der deutschen Cultur angeschlossen, und um dazu zu gelangen, manche Vorurtheile und Antipathien gegen ihre polnisch-deutschen Brüder gänzlich aufgegeben haben werden. Außer Bukarest gibt's noch kleinere spagniolische Kongregationen in Kraiova, Ploeschti, Braila, Kalarasch und Giurgevo. — In Bukarest, der zahlreichsten Gemeinde, zählt diese Gemeinde etwa 150 Familien, wovon 25 — 30 sehr reich (Banquiers, bedeutende Handelsleute), 70 — 80 bemittelt (kleine Kaufleute) und 60 Familien etwa sehr arm sind, die vom Almosen der Ihrigen leben. — Oeffentliche Institute (Spitäler, Schulen) besitzen sie keine. Seitdem jedoch die öffentlichen israelitischen Schulen für die dortige deutsch-israelitische Gemeinde existiren (siehe unten), schicken 18

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