Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 376)
- Language
- German
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270 meinschaftlich badet, ausruhet, äulsokeLa (Confitur) ißt. uud so einen Tag in orientalischem Hochgenüsse zubringt, den nur der zu würdigen weiß, der in die deliziösen Mysterien eines orientalischen Bades eingeweiht ist. Der Typus der Spagniolen ist ein echt südlicher, von edlen Gesichtszügen markirter, ihre Frauen sind mitunter von frappanter Schönheit, mit glühend schwarzen Augen, einem feinen, etwas ins Braune ziehenden Teint. Doch fehlt diesen Schönen oft die Grazie, die notwendige Bedingung eines dauerhaften Gefallens, uud die doch nur eine Frucht des ästhetischen Tactes beim Weibe ist. Die Sprache der Spagniolen ist eine castilische Mundart, die aber im Laufe der Zeiten und bei der so langen Trennung vom Mutterlande in ihrem Munde sich corrumpirt hat. theils durch Verschlechterung der Aussprache, theils durch Einmischung hebräischer und selbst türkischer Elemente. Doch in Beziehung des Neinsprechens haben die Spagniolen vor den polnisch-deutschen Juden den Vorzug, daß wenn sie die deutsche Sprache erlernen, sie sie gewöhnlich rein aussprechen, statt daß die gebildeten Polen, mit wenigen Ausnahmen, noch immerin ihrer Aussprache Spuren ihres frühem Jargons merken lassen, eben weil dieser Jargon der deutschen Mundart so nahe steht, daher sie sich im Gedächtniß leichter consondiren und im raschen Sprechen das Eine für das Andere, so zu sagen unbewußt in die Zunge kommt. Die Spagniolen zeigen im Allgemeinen sehr wenig Sympathien für ihre polnisch-deutschen Religionsgenoffen und Brüder; es ist auch dieses wahrscheinlich ein Erbschaftsstück des Orients, der bekanntlich früher gegen Alles, was occidentalen Ursprungs war, eine große Antipathie an den Tag legte. Dem sei jedoch wie ihm wolle, Thatsache ist's, daß sich selten Spanische mit Polnisch-Deutschen verheirathen, selten mit einander intim verkehren, und fast nie eine gemeinsame Gemeinde bilden, doch nur in einem Punkte ausgenommen : nämlich auf dem Gottesacker. Da im Tode bilden sie