Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 367)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2609281-2609282--2355-2609697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
261 Obschon, wie gesagt, in der Walachei viel weniger Juden leben als in der Moldau, so zeigt sich dennoch hier im jüdischen Kreise ein neues Element, das weder die Moldau noch auch Polen aufzuweisen hat; wir meinen: die spanischportugiesischen Juden oder Spagniolen genannt. Wir müssen daher bei Betrachtung der jüdischen Verhältnisse in der Walachei die dortigen Polnisch-Deutschen von den Spagniolen sondern. Wenden wir zuerst unsere Betrachtung den minderzahlreichen oder spanischen Congregationen zu. Die spanisch-portugiesischen Juden, die jetzt in der Walachei leben, sind dorthin vom Orient eingewandert. Die meisten kamen über die Donau aus den europäisch-türkischen Provinzen (aus Constantinopel, Adrianopel, Salonich,Wudin, Rustschuk, Silistria, Varna, Belgrad und andern bulgarischen und serbischen Städten), einige jedoch stammen direct aus der eigentlichen Levante (Smyrna, Jerusalem, Damascus rc.); fast alle kamen in dem Lause des letzten Jahrhunderts herüber und die Zufuhr dauert noch immer fort. Denn im Ganzen genommen befanden sich von jeher die Juden besser in diesen Fürstenthümern, wo reiche merkantilische Hilfsquellen fließen, sie von Niemand befehligt waren, ihr Eigenthum und die Person jederzeit respectirt wurde, als, wenigstens in frühem Zeiten, in den eigentlich türkischen Paschaliks. Ja die Bukarests spanische Congregation hat Mitglieder auszuweisen, die vor 30—40 Jahren unter ziemlich dürftigen Umständen herüber kamen, und jetzt sehr bedeutende Reichthümer besitzen. Ihr Hauptnahrungszweig ist der Handel. Es gibt unter ihnen Banquiers, Besitzer von öffentlichen Manufaktur-Maaren-Boutiques und Roh-Produktenhändler. Sie genießen in der jüdischen wie in der christlichen Handelswelt eines schönen Kredits, weil sie als loyal und rechtlich im Handel gelten. Diesen empfehlenswerthen Characterzug, und noch vieles andere Gute,denmahomedanischen Orientalen Entnommene, worunter