Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 347)
- Language
- German
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241 Zeiten geworden. Er scheint sich viel mit Pharmacie beschäftigt zlr haben, da er in jenen Zeiten, wo die Einfachheit aus der Medicin verbannt war, und man ein Mittel um so mehr schätzte, je zusammengesetzter es war, sich durch die Composition eines Theriaks berühmt gemacht hatte, den er jedoch vielleicht den Arabern entlehnt hat. Ebn Djäldal (eigentlich Abu Daoub Soleiman ben Hassan) rühmlichst als Arzt und Schriftsteller bekannt, sagt Folgendes über ihn: „Unter allen, dem Studium des Dioscorides ergebenen Aerzten zeige Niemand mehr Eifer und Beharrlichkeit, als Chasdai Jsraili, dem auch die besondere Gunst des Fürsten Naser Abel-Alrahn zu Theil geworden sei. Unter seinen intimsten Freunden zählte er einen christlichen Priester, Nicolas. Was wir noch Vorzügliches von ihm wissen, ist seine Auseinandersetzung und umständliche Analyse des arabischen Theriaks Farduk und der darin wirksamen Substanz Schadgarych; ferner erklärt er die im Dioscorides vorkommenden, den Arabern unverständlichen Benennungen. Einmal in die Hände der Rabbinen, dieser fleißigen Forscher, übergegangen, schlug die Wissenschaft so feste Wurzel unter den Gelehrten Israels, daß diese ausschließlich sie handhabten. Fürsten und Völkerbeherrscher hatten nur jüdische Leibärzte; fanatische Stimmen donnerten gegen diese geistige Erhebung und Würdigung der verachteten Israeliten, verboten ihnen die Ausübung der Medicin, und den Christen, sich Mittel von ihnen darreichen zu lassen, aber vergebens; die Würdenträger der Kirche selbst, Päpste und Prälaten mochten sich keiner anderen Heilkünstler bedienen, als der aus Israel hervorgegangenen. Ein Hauptgrund ihres mächtigen Vorschreitens der Heilkunde war ihre genaue Kenntniß der orientalischen Sprachen. So bemerkt der gelehrte 0ubani8 (Revolution de la ineäemne, elmx». II. §. VIII.), daß zu der Zeit, wo die Ueber- 16