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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 240

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 240 (sequence 346)
Language
German
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IRI
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240 khorazanischer Abgesandten, wie in ihrem Lande ein jüdisch Königreich existire. Chasdai maß ihren Worten keinen Glauben bei, denn sie schienen ihm mehr gesprochen, um sein Wohlwollen sich zu erwerben, als der Wahrheit Gemäßes zu hinterbringen, aber er konnte nicht mehr zweifeln, als ähnliche Würdenträger vom Hofe des constantinopolitanischen Kaisers Roman III. ihm erzählten, daß ein jüdischer Häuptling, Uousuf genannt, wirklich ein Reich seiner Glaubensgenossen in Khorazan beherrsche, und daß von ihnen öfter Schiffe, mit Fischen, Pelzwerk und anderen Maaren befrachtet, in griechischen Häfen einliefen. Chasdai schrieb nun an jenen König einen sehr schmeichelhaften Brief, in welchem er sich Auskunft über seine so wenig gekannten Glaubensgenossen ausbat. Dem Brief ist ein gereimtes hebräisches Gedicht in Form eines Akrostikon vorgeseßt, dessen Anfangsbuchstaben die Namen des Schriftstellers bilden. Es ist dies einer der ältesten Reste hebräischer mittelalterlicher Poesie, der uns überdies zeigt, wie die Israeliten anfingen, den Gebrauch des Reims von den Arabern zu entlehnen, da diese Sprachmodification früher von ihnen nie angewendet wurde. Ein antwortendes Sendschreiben des jüdischen Herrschers, welches wahrscheinlich durch einen in Jtel wohnenden spanischen Juden redigirt wurde, sehen wir in Constantinopel 1575 durch die Bemühung des Jsaac Karisch im Drucke erscheinen. Auch aus Bagdad, wohin Chasdai in gleicher Absicht geschrieben hatte, erhielt er genügende Auskünfte über den Zustand seiner Brüder unter dem Khalifat. Es ist diese Antwort von Rabbi Dossa, Sohn des berühmten Saadia Gaon, verfaßt. Sowohl dieses, an unfern Chasdai gerichtete Schreiben, als auch seine eigenen zahlreichen, von den Arabern sehr häufig citirten medicinischen Werke sind ein Raub der

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