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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 234

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 234 (sequence 340)
Language
German
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234 rgroß war, daß christliche Könige ihre Aerzte unter Juden und Arabern suchen mußten. Es mag hier am Orte sein, eine Behauptung des Egasse von Boulay und Friends zu widerlegen. Es erzählen diese, daß schon Karl der Große einen jüdischen Arzt, Namens Buhalyha Bengesla gehabt hätte, und daß dieser auf den Befehl des Monarchen ein Werk in arabischer Sprache über die Krankheiten des menschlichen Körpers schrieb. Es beruht diese Meinung auf einem chronologischen Jrrthume. Jener Arzt Karl des Giwßen war früher Christ, später Mohammedaner, um orientalische Dialectik unter Aba Ali den Valiel zu studiren. Derselbe hat auch eine medicinische Encyclopädie geschrieben. Ferraguth, ein israelitischer Arzt, von dem wir noch zu sprechen Gelegenheit haben werden, übersetzte jene Werke, und widmete sie dem sizilianischen König Karl von Anjou. Chronologischer Leichtsinn ließ nur die beiden Könige und die beiden Aerzte verwechseln. Noch immer jedoch blieb der Orient der Lichtherd, von dem aus sich erhellende Strahlen über den Nest der Welt verbreiteten. Im glücklichen Wetteifer strebten jüdische und christliche Schulen sich berühmt und nützlich zu machen, was ihnen in solchem Grade gelang, daß die Eifersucht der Araber Dadurch rege wurde, und der Kalif Montawakkel im Jahre 239 der Hegira (853 der gewöhnlichen Aera) den Befehl ertheilte, wie israelitischen und christlichen Schülern fortan nur der Unterricht in syrischer und hebräischer, aber nicht mehr in arabischer Sprache gestattet sei. Doch lassen sich dem Genie keine Hemmschuhe anlegen, und so gingen auch berühmt und gefeiert aus jenen Schulen die beiden oben genannten Aerzte, als die ersten ihrer Zeit, hervor. Der erste von ihnen in Kairowan practicirend, wo er gegen Ende des 9. Jahrhunderts starb, war durch Scharfblick am Krankenbette, durch Klarheit in seinen sehr geschätz-

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