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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 177

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 177 (sequence 284)
Language
German
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IRI
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177 wird seine Hand auf Deine Augen legen. Es ist sonderbar, während man diese Rücksicht für den Todten hat, begräbt man auf dem Lande zumeist, außer wenn der Todte ein Kohen, ein Nachkömmling von dem Hohenpriester Aron ist, den Todten ohne Sarg, und zwar, weil das ist — בחקת הגוי* weil andere Confesfionen die Todten in Särge legen. Außer dem gabelförmigen Holze in der Hand und den Scherben auf den Augen, gibt man dem Todten ein eisernes Schloß mit in das Grab. Man versperrt es mit dem Schlüssel und wirft denselben weg. Es soll das bedeuten, daß dies der letzte Todte sein möge. Wöchnerinnen, wenn sie sterben, bekommen in das Grab noch Nähzeug mit, daß sie gleichsam das im Tode fortsetzen können, was sie im Leben zu thun gehabt hätten. Wir können nicht alle Gebräuche, unter welchen manche wahrhaft haarsträubende sich befinden, wie z. B. das Keriareißen vor dem Angesichte des Todten re., aufzählen. Gewiß aber macht es dem Sterbenden die letzten Augenblicke schwerer, wenn man die Anverwandten, die demselben so nahe im Leben gestanden find, entfernt.. Es mag auch nichts Erfrischendes für den Todtkranken sein, wenn eine Masse Leute um denselben mit angezündeten Lichtern stehet. Der Jude erkennt die geistliche Macht ״zu lösen und zu binden" nicht an, es kann auch von einer Beichte, Absolution keine Rede sein; jeder stehet in direktem Verkehre mit Gott und man sollte daher die letzte Stunde nicht durch die vielen Leute erschweren. Einer allein, der es verstehet, dem Kranken zu Gemüthe zu sprechen, würde außer den nächsten Angehörigen hinreichen, um mit demselben das Sünden- und Glaubensbekenntniß zu beten. Wenn der Todte bereits vom Bette abgehoben ist, wird ihm zu Häupten ein brennendes Licht gestellt. Es soll das Sinnbild der Seele sein, die die früher bewohnte Körperhülle betrachtet. Es bleibt auch während der dreißig Tage schwerer Trauer ein Licht, das stets brennen muß, in der Nähe des Bettes, worin der Verstorbene gelegen ist, als 12

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