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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 176

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 176 (sequence 283)
Language
German
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176 Die Grabespein entsteht durch die Engel des Schreckens, die sich aus das Grab niederlassen, kaum daß der Verstorbene beerdigt ist. Diese bösen Engel halten da Gericht und -fragen den Verstorbenen über den geführten Lebenswandel. Es ist dem egyptischen Todtengerichte ganz ähnlich. Da man den Todten über diese fürchterlichen Qualen schnell hinwegbringen will, so eilt man so viel als möglich, um denselben zu bestatten. Es ist in neuester Zeit den Regierungen zu verdanken, daß man nicht mehr Scheintodte begraben kann, indem jeder Todte 48 Stunden unbeerdigt liegen muß. Daher kommt auch die Unsitte, daß man läuft statt zu gehen, indem man die Leiche trägt. — Doch wollen die Ueber-!ebenden den Todten nicht so ganz wehrlos in das Grab senken, und man gibt der Leiche gabelförmige Holzstücke in die Hand. Aus diesen werden, der Sage nach, wenn die Schreckensengel erscheinen, eiserne Waffen, die als Gegenwehr dienen, um mit den Engeln zu kämpfen. — Man hält es daher als gutes Zeichen, wenn der Todte an einem Feiertage oder am Vorabend eines Festtages bestattet wird, weit da die Schreckensengel kein Gericht halten können. Bei dieser Gelegenheit seien auch die übrigen Gegenstände erwähnt, die der Todte in das Grab bekömmt. Die Kleidung ist weiß und ganz schmucklos. Vor Gott dem Herrn gilt kein äußerer Schmuck. Um die Kleidung wird bei Mannern der Betmantel ׳טלית gegeben, jedoch wird eine von den Schaufäden zerrissen; weil man nicht ״des Armen spotten" darf, indem derselbe doch nicht beten kann. Unter den Kopf wird ein Polster, gefüllt mit Erde, gelegt. Es wird als großes Glück angerechnet, Erde vom heiligen Lande hinein zu geben. Auf die Augen werden Scherben gelegt. Es ist der Gedanke nämlich, daß auf das Auge, das im Leben so zart Ist, dem jedes Stäubchen wehe thut, nun die Erdschollen fallen sollen. Es ist das auch die letzte Liebespsticht der Kinder gegen ihre Eltern, daß sie ihnen die Augen zudrücken. Der Patriarch Jacob wurde auf seiner Reise nach Egypten zu seinem königlichen Sohne von Gott getröstet: ״Joseph

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