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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 173

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 173 (sequence 280)
Language
German
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173 Herr: Bele (6611a), die Schöne; Sprinze(L8per9.r12a), die Hoffnung; Reizel, die Reizende u. s. w., wir haben auch noch griechische Namen unter uns. Der Name Pheisch oder Pheibesch ist nichts anders als Phöbus, der Gott des Lichtes. Der Beweis dafür ist, daß der heilige, hebräische Name für Pheibesch &שחנ, welches ebenfalls Licht bedeutet, ist. Unter den Männern des Talmuds finden wir auch griechische Namen: Rabbi Tarphon (Tryphon), Antigonus, R. Philo rc. Aber so massenhaft auch der Aberglaube bei der Geburt waltet, so hat er doch noch einen viel größeren Spielraum beim Tod. Bei der Geburt trägt das freudige Ereigniß dazu bei, die Gemüther zu heben. Der überschwänglichen Liebe sind alle Mittel zu wenig, um das junge Leben zu schützen. Anders aber ist es bei dem Tode. Das Unglück beugt das menschliche Gemüth und man ist da mehr geneigt, sich vordenken zu lassen, als selber zu denken und zu prüfen. Dazu kommt noch, daß bei dem Anblicke des Todten der Tod selbst vor uns tritt und Furcht einstößt. Und welche Schreckensgestalten weiß nicht der Tod zu erfinden! — Endlich kommt noch dazu, daß ein überspanntes frommes Gefühl dem Todten gegenüber uns häufig jede Rücksicht gegen die Lebenden vergessen läßt. Diese Ursachen zusammengenommen haben es bewirkt, daß wir heute den Tod und das Sterben von einem andern Gesichtspnnkte betrachten, als ihn unsece Väter betrachteten. Und man möchte behaupten, je inhaltsloser das Leben des Epigonengeschlechtes gegen das Leben der Helden aus der alten Zeit wird, desto krampfhafter halten wir daran, desto mehr Werth legen wir darauf. Die Alten, so sehr sie auch das Leben als ״die süße Gewohnheit des Daseins und des Wirkens" liebten (vergleiche Psalm tt, 6. Jes. 35, 9 u. a. m.), haben den Tod nicht gescheut und gefürchtet. Sie betrachteten ihn vielmehr als den Uebergang zum ewigen Leben, wo ״Fülle der Freuden" ist. Wir brauchen nicht zu erinnern an Abraham, der von seinem Todten weggehet und mit einer Ruhe und Würde mit den Söhnen Cheths spricht, als hätte sein Herz nicht eben

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