Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 211)
- Language
- German
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102 fremde Arme zur Abwehr des BeLtelunwesens. Nach dem letzten Ausweise betrugen die Jahreseinnahmen an 10000 fl., worunter 6000 fl. an stehenden Beiträgen von 5 fl. bis 800 fl. (Baron Rothschild). Es mußten aber, nur um den dringendsten Anforderungen zu genügen, an 11000 fl. verausgabt und daher frühere Ersparnisse zu Hülfe genommen werden. In der Vertheilung fielen den hiefigen Armen an Jahrgeldern 2640 fl., an besondern Unterstützungen 1105 fl., Betheiligung mit Mazzoth und Holz 1958 fl., außerordentliche Aushülfe 1805 fl.; im Ganzen 7838 fl. zu. Auf die fremden Armen 1652 Individuen kamen nicht ganz 3000 fl. Die Chevra Kadischa („Leichenverein") ist unter Genehmigung ihrer unterbreiteten Statuten neu organifirt worden. Da derlei Vereine in größeren und kleinern Gemeinden bestehen, so bedarf ihr Zweck — den erwerbsunfähigen schwer Erkrankten durch persönlichen Zuspruch und materielle Hülfe beizustehen, und letztere auch in der Trauerwoche den an ihrem Erwerbe Gehinderten zu gewähren — keiner besondern Erörterung. Der Verein für erkrankte israelitische Handlungsdiener, vor sechs Jahren von dem Großhandlungsgesellschafler Friedrich Boschan begründet, hat in einer kürzlich ^gehaltenen Generalversammlung sehr erfreuliche Resultate seines Wirkens und zunehmenden Gedeihens dargelegt. Wir behalten uns vor, auf diese und andereWohlthätigkeitsinstitute in einem künftigen Jahrgange ausführlicher zurückzukommen. Nur einer Veranstaltung wollen wir zum Schlüsse ausführlicher gedenken. Sie betrifft die Aermsten unter den Armen, jene an welchen die moralische Armuth nebst der leiblichen zu beklagen und zu lindern kommt, die israelitischen Sträflinge in den Gefangenhäusern. Hr. Wolf, welcher der Aufgabe einer Dießsälligen moralischen Einwirkung mit sehr anerkennenswertem Eifer obliegt, erfreut uns hierüber mit folgender Notiz. Zu den wohltätigsten Einrichtungen der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde gehört der Gottesdienst für israelitische