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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 95

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 95 (sequence 204)
Language
German
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IRI
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95 den Hinterbliebenen der verstorbenen Gemeindevertreter die Ueberlaffung gelungener Porträts derselben erwirkte. Sie find — dermalen 9 an der Zahl — der Reihe nach im Schulsaale ausgestellt. Zu beiden Lehrsälen sind besondere Wartezimmer für die Schüler, und können in Communication gebracht werden, da sie durch eine Breterwand geschieden sind. Die Anzahl der Schüler in den Volksschulklassen war im Jahre 1851/2 61 Knaben, die Mädchen-Klasse hatte sich in diesem Jahre aufgelöst und bestand in dem frühern Jahre aus 8 Schülerinnen. Im Schuljahr 1852/3, wo Herr Wolf den Unterricht übernahm, waren 72 Knaben und 34 Mädchen, im Ganzen also 106 Schüler. Im heurigen Jahre befinden sich 98 Knaben und 59 Mädchen, daher 157 Schüler. Es ist zu hoffen, daß die Schule ferner zunehmen wird, wenn einmal der Beweis geliefert ist, daß sie etwas Tüchtiges leistet und daß sie nicht den größten und wichtigsten Theil dem Unterrichte im Hause und dem Privatfleiße überläßt. Es wird sich hoffentlich bald Herausstellen, daß die Schüler, die während der drei Elementarklassen die Schule besucht haben, etwas Nachhaltiges für das Leben mitnehmen werden; — daß sie einerseits eine solche Summe des hebräischen Wissens haben, um leichte Stücke der Bibel, wie einen großen Theil der ersten Profeten, selber lesen zu können, und bei fernerer Anleitung auch dahin gebracht werden dürfen, die Sprache der Profeten, unserer Seher und Sänger zu verstehen. Anderseits aber ist der wichtigste Schatz der Glaubens- und Sittenlehre während dieser Zeit Eigenthum der Kinder geworden. Zu diesem Behufe wurde in dem heurigen Schuljahre nach Innen mit Genehmigung der verehrt. Schulkommiffion das Ausmaß der Gegenstände erweitert. Und zwar wurde dabei die größtmöglichste Rücksicht auf Privatschüler genommen, damit von da nicht die Klage der Ueberbürdung laut werde. Dabei ist wohl auch zu berücksichtigen, daß das Judenthum, dessen erster und letzter Besitz „das Buch der Bücher" ist (denn von allen andern Herrlichkeiten haben wir doch nichts gerettet), zunächst die Verpflichtung hat, das Kleinod den später« Geschlechter» zu vererben, daß das „Volk Gottes" nicht in der Kenntniß der heiligen Schrift gegen andere Völker zurückstehe. — Es geht in dieser Beziehung die Wiener israelitische Kultus gemeinde manchen Gemeinden in den Hauptstädten der Kronländer voran. Während dort ganz oder zum Theil in der Religionsschule der Unterricht der Bibel in der Ursprache fehlt,

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