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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 94

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 94 (sequence 203)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609282--2191-2609533
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94 Ausführung nahe gebracht werden. In Ansehung des Planes hat der Vorstand verschiedene Pläne, die ihm von Seiten bewahrter Notabilitäten des Inlandes mitgetheilt wurden, zu Rathe gezogen und sich auch die Grundrisse der neuen israelitischen Gotteshäuser zu Dresden, Magdeburg, Paris, München, Hamburg u. a. in Abzeichnung oder Beschreibung darlegen lassen. Einstimmig entschied man sich aber für den vom Architekten Ernst Förster zu Wien vorgelegten, den gestellten Anforderungen am meisten entsprechenden Plan *). Hem Bethause steht die Schule als die wichtigste Gemeindeinstitution zur Seite. Die Wiener Israeliten haben sich hierbei stets auf eine besondere Religionsschule beschränkt und halten sich im Uebrigen — jedem unnöthigen Separatismus, wie jedem überflüssigen Aufwand abhold — an die schon vom Kaiser Josef zuerkannte Wohlthat, die christlichen Schulen und Unterrichtsanstalten gleichberechtigt zu besuchen. Die Leitung der Religionsschule ist den Herren Breuer und Wolf anvertraut, die ihren Platz in musterhafter Weise ausfüllen. Die Anstalt ist im sichtlichen Fortschreiten begriffen und namentlich sind die in den letzten Jahren bewirkte Eröffnung zweier Mädchenklassen und die zunehmende Betheiligung an denselben als wahre Errungenschaften anzusehen **). Wir lassen hierüber einige nähere Nachweisungen folgen. Der Fortgang des Religionsunterrichtes in den Elementar- Klaffen hat nach zweifacher Richtung hin eine günstigere Gestaltung gewonnen. In äußerer Beziehung sei zunächst der Schullocalität selber gedacht. Während früher die Räumlichkeiten enge und ungenügend waren, ist jetzt die Schule geräumig, hell und freundlich und durch Bilder geschmückt, die dasselbe wahrhaft zieren. Es sind die Bildnisse der Monarchen: Sr. Majestät des regierenden Kaisers Franz Josef I., Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand I. und der seligen Monarchen Franz I. und Josef II., der zuerst seine besondere Huld und Gnade auch den Juden zuwendete. Um die weitere Ausschmückung hat sich Dr. L. A. Frankl ein schönes Verdienst erworben, indem er von *) Derselbe ist eben auch mit dem Bau eines israelitischen Tempels für Pest betraut worden. **) Früher verblieb der Religionsunterricht bei den Mädchen durchgängig privativ und es fand alljährlich nur eine öffentliche Prüfung statt/ Frau Josephine Königswarter gab eine erfolgreiche Anregung zur Eröffnung einer Mädchen-Klasse, indem sie zum Seelengedächtnisse ihres verstorbenen Vater« ein Kapital von 2000 fl. stiftete, dessen Zinsen der besonderen Remunerirung de< mit dem Mädchenunterricht betrauten Religionslehrers zugewiesen wurden.

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