Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 107)
- Language
- German
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A s s e c u r a n z e n. rV) Lebensassecuranz. Wir tonnen nicht umhin, den diesfälligen Tabellen ein dringendes Wort der Empfehlung vorauszuschicken. Die für Viele sich ergebende moralische Verpflichtung, das eigne Leben zu versichern, ist bei uns bei weitem nicht so beachtet, als es in Norddcutschland, insbesondere aber in England der Fall ist. Den israelitischen Bevölkerungen legt sich die Versicherung des eignen Lebens besonders nahe. Nicht mit Unrecht wird dem Juden die Familienliebe als Stammestugend in der Art nachgerühmt, daß er mit eigenthümlicher Opferfreudigkeit die Versorgung der Seinen ansirebt. In der Regel ist aber unter allen Verhältnissen die Aufgabe eine höhere. Bei weitem die Mehrzahl unserer Glaubensgenossen ergiebt sich dem Handel und bewegt sich noch am ungehemmtesten darin. Der Handel aber läßt es mehr als irgend ein anderer Beruf wünschenswerth und nothwcndig erscheinen, daß man ein größeres oder kleineres Kapital zum Beginn in Händen habe; daher auch für'die Ausstattungen der Töchter und der Söhne in ausreichenderem Maße zu sorgen ist. Der Handel bringt aber auch das Wagniß mit sich, woraus sich gar oft eine gefährdete Zukunft der Familie ergiebt^ und als eine weitere Folge für das Familienhaupt quälende Sorge während seines Lebens und nach seinem Tode Bekümmerniß und Roth für die Hinterbliebenen. Schon in diesem einen Falle erscheint die Versicherung des eigenen Lebens um so mehr angezeigt, als die Versicherungsprämien nur geringe Opfer auflegen, die sich aus dem Wege des Erwerbs oder der Ersparmß als leicht erschwinglich darstcllen. Unverantwortlicher Leichtsinn erscheint es uns nun, wenn das eigne Vermögen die Zukunft der Familie nicht unter allen Umständen sicher stellt, das eigne Leben nicht zu versichern, es beim Wünschen und Sorgen ohne That bewenden zu lassen, oder von einein Jahre zum andern ein glückliches Ungefähr zu erwarten. Hier auch heißt es wie so oft: Hilf Dir selbst und der Himmel wird Dir helfen. Wir führen nun zur größer» Verdeutlichung mehrere Beispiele an, in welchen die Versicherung des eignen Lebens sich sowohl rücksichtlich der Versorgung der Familie, als auch in andern Fällen als eine höchst segensreiche Einrichtung ergiebt, und wobei sich zugleich herausstellt, mit welchem geringen Aufwand eine große Beruhigung erlangt werden kann. Beispiel I.: Ein Familienvater,'40 Jahre alt, versichert sein Leben für Die ganze Lebensdauer mit einem Kapital von Liv. 2000, zahlbar bei seinem Ableben, wann immer dasselbe erfolgen möge. Dafür entrichtet derselbe (ü 3 2"/icx) pCt.) die jährliche Prämie von Liv. 64. Sollte nun derselbe plötzlich im ersten, zweiten, dritten, vierten Jahre, oder zu irgend einer spätern Zeit mit Tode abgehen, so zahlt die Anstalt das versicherte Kapital von Liv. 2000 an die Inhaber der Police. II. Ein Kaufmann hat einen Schuldner, 33 Jahre alt, der ganz außer Stande ist, die Schuld von Liv. 400 je bezahlen zu können. Ersterer versichert daher das Leben des Schuldners für Liv. 600 auf Lebenszeit, um auch die rückständigen und anwachsendcn Zinsen zu decken, und bewegt Letzter» die jährliche Prämie dafür zu entrichten, welche ja PCt.) Liv. 15 90 beträgt- Die Police nimmt der Gläubiger in Besitz. Nach dem Tode des Schuldners, er mag früh oder spät erfolgen, empfängt der Kaufmann, als Inhaber der Pol ce, von der Anstalt das versicherte Kapital von Liv. 600, in dessen Besitz er ohne diese vorsichtige Maßnahme nie gekommen wäre. III. Ein Beamter oder Geschäftsmann, 35 Jahre alt, sieht sich in die Lage versetzt, ein Kapital von Liv. 500 borgen zu müssen. Er hat Mittel, entweder aus einem jährlichen Einkommen, oder durch Anwartschaften, dieses