Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten
- Date
- 1901-08-01
- Page
- Seite 603 - 604 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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603 Professor Dr. D. Joseph: Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbaulen. 604 Die Situationsskizze zeigt uns denjenigen Teil des Berges Moria, auf dem sich der Tempel erhob (Fig. 5). Das Terrain war nicht ohne weiteres zur Fundierung geeignet, vielmehr mus'ste erst durch ein grösseres System von Futtermauern und Auffüllung des Erdbqdens das Baufeld hergerichtet werden, jedoch hatte diese Vorarbeit den Vorteil, dass der terarssenförmige Autbau, der malerisch ungemein anziehend wirken inusste, befördert wurde. Hinsichtlich der Einteilung blieb die Stiftshütte Modell, und da diese uns mit ihrer Dreiteilung* auf ägyptische Tempelbauten hinweist, so werden wir auch beim Salomonischen Tempel, auch was den Autbau anbetrifft, ägyptische Baugewohnheiten wiederfinden. Das ganze Terrain, ein Quadrat von 292 m Seitenlänge (Fig. 6), war durch Umfassungsmauern abgegrenzt. In der Mitte der Süd-, Nord- und Ostseite waren Thorgebäude angeordnet, die Gelegenheit zum Aufenthalt für die Wachmannschaft boten. In einiger Entfernung zu beiden Seiten jedes Thorgebäudes zeigen sich Lagerhäuser, die künstlerisch vielleicht durch vorgelegte Säulenhallen verziert waren. In den Ecken des Hofes befanden sich kleinere Abschläge, in denen das Abkochen der Schlachtopfer vorgenommen Fig. 1.1. Das Innere des Hechal im Salomonischen Tempel. wurde. Diese kleinen Höfe lagen um sieben Stufen höher als das umgebende Terrain des grossen Vorhofs. Innerhalb des äusseren Vorhofs teilt sich mit 48,93 m Seitenlänge (— 100 Ellen) der innere Vorhof ab (Fig. 7), der gegen den obengenannten unteren Vorhof um acht Stufen höher liegt. Man gelangt zu ihm vermöge dreier Thorgebäude, die genau in den Achsen der bereits genannten Wachtgebäude liegen. Die Einrichtung der entsprechenden Gebäude war genau dieselbe, nur, dass die Orientierung des Grundrisses entgegengesetzt war, wie auch in dem hier beigegebenen Grundriss richtig angenommen ist. Das nördliche Thorwerk enthält die für das Schlachten der Opfertiere nötigen Vorrichtungen. In der Nordost- und Südostecke befanden sich Gebäude zur Aufnahme der im Gottesdienste verwendeten Priester, sowohl derjenigen, die den Tempeldienst, als auch derjenigen, die den Altardienst zu versehen hatten. Der Vorhof (welchen uns das hier beigegebene Bild veranschaulicht) trug den Namen der Priester- Vorhof1 ll) (Fig. 7), weil in derRegel nur die Priester n) II. Par. 4, 1. Der Hof der Priester ist bei uns nach Perrot et Chipiez, Le temple de Jerusalem, Paris 1889, Plan III, wiedergegeben. Behufs der Reproduktion hat uns