Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 19 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März-April 1919)
- Article
- Jüdische Vorkämpfer für das Menschenreich der Zukunft
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 79 - 80 (sequence 5)
- Language
- German
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79 Jüdische Vorkämpfer für das Menschenreich der Zukunft. SO Theaterpause Kongreß nahmen Vertreter von 40 verschiedenen Völkern teil und verständigten sich ausgezeichnet untereinander. Die Behörden nahmen endlich Notiz von der neuen Bewegung, die eine solche Bedeutung gewonnen hatte, und so waren denn auf dem Krakauer Kongreß 1912 die Regierungen durch Abgesandte verschiedener Ministerien vertreten1). Die große englische Handelsgesellschaft »World of Trade" hat Esperanto schon während des Krieges offiziell eingeführt. Auch an der Wiener Technischen Hochschule wurde im. Jahre 1917 ein Lektorat für Esperanto eingerichtet. Die Voi2Üge, denen das Esperanto seine rasche und große Verbreitung verdankt, sind die überraschend leichte Erlernbarkeit; es erfordert noch nicht den sechsten Teil der .Mühe ' und Zeit, die das Erlernen des Französischen oder Englischen für einen Deutschen, des Deutschen für einen Ausländer erheischt. Von den slawischen Sprachen gar nicht zu reden. Seine Grammatijk besteht nur aus wenigen Regeln, die keine Ausnahmen haben. Es hat zum Beispiel nur 12 Zeitwortwendungen gegen 2200 des Französischen! Es ist überdies äußerst wohlx) Ueber Ausbreitung des Esperanto, .seina. Lehr- und Wörterbücher, seine ausgedehnte Zeitschriften- und Buchlileratur sowie organisatorischen Vereine und Körperschaften erfahrt man Näheres durch den Deutschen Es p e r a n to d i e n s t, Berlin S 59, Wißmannstr. 4f>. klingend und vermeidet die harten, komplizierter^ zischenden oder schnarrenden Laute. Es hat eine streng lautgetreue Schreibweise, so daß es alle Ungeheuerlichkeiten der Orthographie zum Beispiel desEngläschen oder Französischen, vermeidet. Die Wort- und Satzfolge (Syntax) sind einfach und streng logisch. Der Wortschatz ist Weltgut, allen großen Sprachen entnommen, oder dem Sprachmaterial, das in alle Sprachen der Welt übergegangen und in ihnen heimisch gewordeau ist. Dem Deutschen zum Beispiel sind 60 % des Esperanto-Wortschatzes schon von Haus aus bekannt. Die Zahl der Wortstämme ist sehr gering und beträgt ungefähr 3000, aber mit Hilfe von Endungen, Zusammensetzungen und Anhängesilben läßt sich auf die natürlichste und einfachste Weise der Welt eine unbegrenzte Menge von neuen Wörtern bilden, die alle Begriffe in feinster Abstufung bezeichnen und jedem, der die wenigen Grundregeln kerait und den geringen Stammworts chatz inne hat, sogleich ohne jede nähere Erklärung verständlich sind. Der wichtigste Vorzug des Esperanto besteht darin, daß es eine neutrale Sprache ist, eine Sprache-aller Völker im wahrsten Sinne des Wortes. Wer es erlernt und sich seiner bedient, erlernt nicht eine fremde Sprache oder gar die Sprache seines Nationalfeindes, begibt sich nicht in eine Fremdherrschaft, erweitert und befestigt nicht die Oberhoheit einer fremden oder gar fcindlLchcn Macht über seine eigene Nation. Er tut damit nicht dem Herrschaftsbereich seiner eigenen Nationalsprache Abbruch, sondern im Gegenteil, er schützt sie vor VergcAvaltigung und Ausrottung durch die Sprache jeder mächtigen, herrschsüchtigen Nation. Für jeden, der aus irgendeinem Grunde darauf angewiesen ist. mit den An-