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Ost und West · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1919) · p. Seite 17 - 18

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Journal
Ost und West
Volume
19 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1919)
Article
Jüdische Vorkämpfer für das Menschenreich der Zukunft
Date
1919-01-01
Page
Seite 17 - 18 (sequence 4)
Language
German
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Jüdische Vorkämpfer für das Menschenreich der Zukunft. 18 net, sie haben demnach für alle Juden verbindende Kraft in alle Ewigkeit. Angehörige anderer Völker, die dem jüdischen Volke beitreten, sind darum für sich' und alle ihre Nachkommen verpflichtet, das ganze Zeremonialgesetz zu beobachten. „Ich will keinem Nichtjuden, der Verlangen danach trägt, ins Judentum aufgenommen zu werden, davon abraten, aber wozu braucht ihr ein solch schweres Joch' auf euch zu nehmen, das ihr vielleicht nicht imstande sein würdet, zu tragen? Die Th'ora lehrt: wer ein Gelübde nicht einhält, sündigt, aber wer es vermeidet, ein Gelübde auf sich' zu neiimen, begeht keine Sünde. Es ist also besser, daß ihr mit Israel einen Liebesbund schließt" (durch Annahme der beiden ersten Teile des Inhaltes der jüdischen Religion), „anstatt, daß ihr die Verpflichtung übernehmt, auch das gesamte Zerem'onialgesetz zu halten." Er beruft sich darauf, daß es in talmudischen Zeiten zweierlei Arten von Proselytcn gab: die rechten Proselyten (ger zedekj, die, besonders in zweiter Generation, als vollkommene Juden MALVA SCHALE« Bildnis (Oelgemälde) WIEN beit unterzöge, darum habe ich auch meinen Namen nicht genannt. Ihr aber, fasset die Sache energisch an und Gott wird Euch beistehen, sie in die Tat umzusetzen, es wird Euch angerechnet werden, als hättet Ihr diesen Glauben zu Ehren Gottes begründet." Den Inhalt der mosaischen Religion teilt er in drei Teile: GlaubenswahrheLten (deoth), Vernunftgesetze (rniscWpatim), so benannt, weil die fortschreitende menschliche Vernunft ihre Gründe, Nützlichkeit und Verbindlichkeit einsieht; und Satzungen (cltukkim), Gebote, deren Grund und Zweck unerforschlich bleibt, sie sind Befehle des Schöpfers, des Königs aller Könige, über dessen Willen zweifelnd zu grübeln uns nicht ansteht; hierzu gehört das ganze jüdische Zerem'onialgesetz. Die ersten beiden Teile, nämlich die Glaubenswahrheiten und die Vernunftgesetze hat Gott allen Menschen in gleicher Verbindlichkeit ofFenbart, den dritten Teil, das Zeremonialgesetz, hät er nur dem israelitischen Volke allein auferlegt, als er es aus der ägyptischen Sklaverei herausführte; die meisten Satzungen werden denn auch in der Thora als Erinnerung an den Auszug aus Aegypten bezeich- MALVA SCHALEK WIEN Bildnis Max PallenbergsT(aus seiner Wiener Zeit) Oelgemälde

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