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Ost und West · 1921-09-01 · Heft 9-10 (September-Oktober 1921) · p. Seite 241 - 242

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Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 9-10 (September-Oktober 1921)
Article
Was bedeutet in der Schöpfungsgeschichte die Gottesebenbildlichkeit des Menschen?
Date
1921-09-01
Page
Seite 241 - 242 (sequence 3)
Language
German
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241 Was bedeutet in der Schöpfungsgeschichte die Gottesebenbildlichkeit des Menschen 242 ä*J^ tönig seine Beschäftigung ist, je mehr "Abwechslung sein Geist bei seiner Beschäftigung hat. Hört aber aus irgendeinem Grunde plötzlich die Berufstätigkeit auf, so entsteht die Notwendigkeit, den menschlichen Geist auf andere Weise zu beschäftigen. Solcher Grund ist für den gesetzestreuen Juden in regelmäßiger Wiederkehr das Gebot der Sabbatruhe und der Ruhe an den Festtagen und den hohen Feiertagen. Das Bedürfnis, dann den Geist in anderer Weise zu beschäftigen, ist bei den Juden wohl auch größer, als es bei den Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften ist, bzw. sein würde, wenn ihre gewohnte Arbeit plötzlich ruhen müßte. Denn die Juden sind in viel größerem Umfange als die Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften „Kopfarbeiter". Daß sie das auch in früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden gewesen sind, beweist die große Zahl von Schriftgelehrten, deren Namen uns überliefert sind2). Sie sind in dieser Hinsicht „erblich belastet" : ihr Stammvater Abraham reist umher im Lande, um im Namen Gottes zu lehren. — i# BUDKO Diese Aufklärungsarbeit ist Holzschnitt aus „Der gegenüber den eigenen Kindern jedem Juden Religionspflicht, die ohne vorangegangene Geistestätigkeit der Eltern gar nicht erfüllt werden könnte. In einer Arbeit: „Konfessionelle Militärstatistik" (veröffentlicht als Ergänzungsheft XIII im „Archiv* für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik'' 1917) S. 48—55 weise ich die besondere organisatorische, d. h. schöpferische Befähigung der Juden nach. Als ich mich kürzlich wieder mit diesem Gegenstande beschäftigte, fiel mir eine Zeitungsnachricht vom 16. Juni 1920 auf, aus der sich wieder ein Beispiel dieser Art ergibt. Sie lautet: „In der gestrigen Schlußsitzung des Parteitages der Sozialdemokratie wurden die Verhandlungen über das für die Verfassung vorgesehene Rätesystem zu Ende geführt. Die Leitsätze des Referenten Cohen, in denen die Entwicklung der Betriebsräte zur Ständekammer vorgesehen ist, wurden mit allen gegen eine Stimme abgelehnt, dagegen wurden die Leitsätze des Referenten Dr. Sinzheimer in Verbindung mit den Vorä H 2) Sie waren oft Kopf- und Handarbeiter in einer Person. Schlägen Katzen steins mit sehr großer Mehrheit angenommen." Die Zahl der Juden auf dem Parteitag war nur eine kleine: Die wenigen aber, die dort waren, waren die einzigen, in der wichtigen Frage der verfassungsmäßigen Festlegung des Rätesystems schöpferisch tätigen Mitglieder des Parteitages. In derselben Sitzung des Parteitages wurde Stellung genommen zur Erschießung Levines — auch ein Mann jüdischen Blutes, der in hervorragender Stellung organisatorisch tätig war, und er war als Jude keine Ausnahme in den Reihen der organisatorisch tätigen „Unabhängigen" usw. Mit diesen Hinweisen soll an dieser Stelle nur unterstrichen werden, wie wichtig es ist, für einen Kreis von Menschen, die in so hervorragendem Maße geistig tätig sind, Betätigungsmöglichkeiten für diejenigen Tage zu schaffen, an denen die Berufstätigkeit ruht. Damit soll aber durchaus nicht gesagt sein, daß diese Aufgabe nicht auch für Menschen mit weniger regem Geist von großer Bedeutung ist. In jedem Falle aber legt die hervorragende Geistestätigkeit und -Leistung der Juden die Frage nahe, ob diese etwa mit der jüdischen Religion, vielleicht gar mit derjenigen Seite derselben in Zusammenhang stehe, die uns im Augenblick beschäftigt. Die auffallend starke Beteiligung der Juden und noch als Juden erkennbaren Persönlichkeiten an Betätigungen organisatorischer Art sowie auf Gebieten, die eine starke geistige Leistung erfordern — wissenschaftliche Forschung, Schachspiel — legen den Gedanken nahe, ob diese geistige Befähigung nicht folgendem Umstände zu danken ist: Sabbat- und Festesfeier gewähren Personen mit starker geistiger Berufsarbeit eine geistige Ausspannung, Personen mit körperlicher Berufstätigkeit geistige Anregung und bewirken dadurch' eine Verfassung der Geisteskräfte der Gesamtheit, die letztere als Ganzes zu besonderen geistigen Leistungen befähigt. Diese Mischung von geistiger Ausspannung und Anspannung ist Generationen zuteil geworden und kommt nun ihren Nachkommen noch Generationen hindurch zugute — Generationen, die zum Teil selbst nicht mehr die Sabbatruhe ge¬ Berlin Rabbi von Bacherach"

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