Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli-August 1921)
- Article
- Maser
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 213 - 214 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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213 Maser 214 die Länder verbreitet, in denen die Juden den Jargon, die Mischung von Deutsch und Hebräisch, das „Mauscheln" genannt, verstehen, und das durch seinen eigenartigen Rhythmus und seine Wort* spiele diesen Geschichten ihre eigenartige Würze gibt. Während der Mahlzeit, die anfangs schweig* sam und steif verlief, begann zuerst jemand seinem Tischnachbar solch eine Anekdote zu erzählen, ein anderer erinnerte sich einer, die auch gut war, und ein dritter hatte eine neue gehört. Bald fühlte man sich so gemütlich, wie es gemeinschaftliches Lachen in einer Gesellschaft nur bewirken kann. Der angesehene Mann machte keinen Anspruch darauf, das Wort zu fuhren, sondern gestattete gut* mütig, daß man ihn mit Erzählen amüsierte. Bei der Beobachtung dieses glücklichen Verlaufs der Dinge schwamm Simon Levi in Entzücken und fing an, sich für einen wahren Balboes, einen guten Gastgeber, zu halten. Aber das Schicksal wollte, daß er durch eine Kleinigkeit von seiner Höhe gestürzt werden sollte. In einer christlichen Tischgesellschaft, in der so komische Ceschichten erzählt würden, wäre die Stimmung durch den Wein erhöht worden. Aber die Juden trinken sehr wenig* Sie gehen nicht so leicht aus ihrer Natur heraus, aus der ganzen Bedächtigkeit, die für praktische und religiöse Leute paßt, die wissen, daß die Mahlzeit mit der würdigen Vorlesung des langen, hebräischen Dankgebets schließen soll. Sie hören nie ganz auf, eine Gemeinde zu sein, deren religiöses Gepräge mit nationalem gemischt ist. Darum geschah es, daß die Gemütlichkeit, die die polnischen Erzählungen hervorgerufen hatten, in ein gewisses herzliches, vertrauliches Gespräch über jüdische Verhältnisse im allgemeinen, über das Schicksal der Juden hier und in anderen Ländern überging. Aus einem Ort war eine Verfolgung zu berichten, in einem andern hatten sich einer oder mehrere Juden emporgeschwungen. Die Fehler der Juden wurden besprochen, und als Beispiel wurde jemand erwähnt, der irgendwo die Christen durch seinen Reichtum herausforderte, sich immer hervordrängte, intrigierte, sich wichtig machte, aber gedemütigt wurde. Der vornehme Mann nahm jetzt das Wort und sagte: „Geschieht ihm recht! Hrutzpo! (Unverschämtheit.) Das ist ihm zu gönnen \ Man Odol, das einzig daftehende Zahnpflegemittel/verfolgt den Zweck, die Mundhöhle zu gefundheitsfchädliche Keime zu befeitigen. Will man daneben die mechanilche Reinigung fördern, fo verwende man die Odol^__ Zatinpafia^ die infolge ihres Gehaltes an heilfamen, dabei aber unlchädlichen Salzen zahnfteinlöfend und desinfizierend wirkt, ohne die Zahnfubftanz zu verletzen. Sie macht die Zähne weiß und glänzend. desinfizieren und der Zähne noch l^fl i^J^^i