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Ost und West · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai-Juni 1921) · p. Seite 153 - 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai-Juni 1921)
Article
Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1921-05-01
Page
Seite 153 - 154 (sequence 6)
Language
German
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153 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 154 ausgestellten, die gleichzeitig von demselben Künstler angefertigt wurde und Moses mit gekrümmtenWidder* hörnern zeigt. Einen älteren Eindruck macht durch ihre rohe Ausführung die daneben liegende bronzene durchlochte Mosesmedaille Nr. 12, auf der infolge des hohen Reliefs nur Ein Horn sichtbar ist. Trotz ihres Aussehens ist das Alter der Medaille nicht vor dem 16. Tahrhundert anzusetzen, ihre Prägestätte ist unbekannt. Für Kopf und Bart des Moses der Bronzemedaille Nr. 13 — sie stammt von dem Franzosen Barre aus dem Jahre 1827 — diente die Michelangelosche Statue als Vorbild; jedoch sind die Hörner, die der große Italiener andeutete, fort* gelassen. Während die bisherigen Medaillen nur den Moseskopf wiedergeben, ist auf der gleichfalls aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts stammenden Nr. 14 Moses, vom Berge herabsteigend, mit den Gesetzestafeln im Arm dargestellt. Dieses Mal kommen die Strahlen zu ihrem Recht, wenn sie auch hier vom Schädel aufsteigen, während in Wirklichkeit das Gesicht erstrahlte. Im protestantischen Deutschland war für biblische Medaillen weniger Bedarf. Was sich an solchen erhalten hat, stammt meistens aus Nürnberg. Georg Hautsch (1680—1711) prägte dort die Me* daillen Nr. 6: Rahel und Ruth und Nr. 8: Joseph und Daniel (Rückseite: Tobias und Samuel). Da die Zusammenstellung der Personen in Nr. 8 auf den ersten Blick überrascht, sei zur Aufklärung die Inschrift dieser Konfirmationsmedaüle hinzu* gefügt: ,,Bist du keusch wie Josephs Seel, klug wie dorren Daniel, fleißig wie Tobias fern, treu wie Samuel dem Herrn, solchen Jüngling liebt man gern". Nach Nürnberg (oder Augsburg?) ins 17/18. Jahrhundert gehört auch die schöne Medaille Nr. 9, die uns* die Rettung des im Schilfkästchen liegenden Moses durch die ägyptische Königstochter illustriert. Warum diese Darstellung geprägt wurde, zeigt uns die Rückseite mit einem Taufakt und der Um* schritt: „Durch Wasser neugeboren, macht uns von Sünden frei" (Markus 16,16); die Medaille wurde als Taufgeschenk verwendet. Einen ungetrübten, rein künstlerischen Ein* druck machen die beiden Edelzinn*Medaillons des Engländers Thomason Nr. 4 und 5 aus den Jahren 1857 bzw. 1853 (Abb. 3-4). Die Vorderseiten bieten die biblischen Szenen dar, auf den Rück* Seiten liest man jedesmal die entsprechenden Penta* teuchberichte in englischer Ubersetzung. II. Personen jüdischen Bekenntnisses und jüdischer Abstammung. Während bei den biblischen Medaillen die Darstellung der Personen lediglich auf der Phan* tasie der Medailleure beruht, befinden wir uns bei den Medaillen der nun zur Besprechung gelangen* den zweiten großen Abteilung auf sichererm Boden. Die Porträts sind nach lebenstreuen Stichen oder Photographien geprägt oder direkt nach dem Leben gefertigt. Die folgende Liste der zur Schau ge* stellten Medaillen verzeichnet kurz die Namen der Gefeierten, den Ort ihrer Tätigkeit, ihre Lebens* zeit3), soweit mir diese bekannt ist, das Jahr, in welchem die Medaille zur Ehrung der Betreffenden angefertigt wurde, den Anlaß hierzu und schließ* lieh das Material, aus dem die Medaille besteht. Ist ein jüdischer Medailleur oder Künstler der Zeichnung vermerkt, so wurde dessen Name an die Spitze gestellt. Für die Reihenfolge war der Hauptberuf oder die Hauptwirksamkeit maßgebend, derentwegen die Personen geehrt wurden. Inner* halb der einzelnen Gruppen folgen die Medaillen nach der Zeit ihrer Anfertigung. 1. Rabbiner: 25. Joel ben Lipman Levi: Elasar (Eleasar) ben Samuel Schmelka in Amsterdam (1665—1741), 1755 zum Antritte seines Rabbinats. S. 26. Salomon Hirschel in London (1762—1842), nach seinem Tode. K. 27. Gebr. Nathan: Isaac Bernays in Hamburg (1792-1849), 1846 zum 25 jährigen 'Amts* jubiläum. S. 28. Leopold Wiener: Henri Loeb. in Brüssel (gest. 1865), 1859 zum 25 jährigen Amtsjubiläum. B. 29. Isak Noah Mannheimer in Wien (1793-1865), 1863 zum 70. Geburtstage. B. 30. Ch. Wiener: Elie Aristide Astruc in Brüssel (1831-1894), 1880 zum 25 jährigen Amts* jubiläum. B. 31-32. Adolf Jellinek in Wien (1820-1893), 1882 zum 25 jährigen Amtsjubiläum und 1894 nach seinem Tode. S. 33. Abraham Alexander Wolff in Kopenhagen (1801-1891), 1888 zum 60jährigen Amts* jubiläum. S. 34. Jizchak Elchanan Spektor in Kowno (1817—1896),. nach seinem Tode. Z. Wie bei den folgenden Gruppen, so ist auch bei den oben genannten Rabbinern ein Jubiläum oder der Tod Anlaß zur Medaillenherstellung ge* wesen. Daß bereits zum Amtsantritte eines Rab* biners eine Medaille geschlagen wurde wie bei Nr. 25, dieser Fall steht einzig da. Elasar (nichtElieser) ben Samuel Schmelka, der sich bereits in seinem Geburtsorte Krakau einen Ruf als Talmudgelehrter und Darschan (Prediger) erworben hatte, wurde 1708 Rabbiner in Rakow und 1714 in Brody (Galizien), wo er, eine gefeierte rabbinische Autorität, bis 1735 3) Wo Lebensdaten fehlen, bin ich dem frdl. Leser für jede Ergänzung herzlich dankbar.

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