Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai-Juni 1921)
- Article
- Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 151 - 152 (sequence 5)
- Language
- German
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151 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 152 Abb. 6. Rabbi Salomon Hirschel in London. falls im 16. Jahrhundert ge* fertigten Nummern 1, 17, 19, 23 u. 24. Besonders sei auf die vergoldete Medaille Nr. 19 auf* merksam gemacht, auf welcher <ler scharf ausgeprägte Goliath mit Speer und Schild gegen* über dem kleinen David mit der Schleuder dargestellt ist. Das Stück ist undatiert, gehört aber wahrscheinlich dem Jahre 1537 an, würde also unsere älteste Medaille sein. Keineswegs haben die Joachimsthaler ausschließlich wegen ihrer Vorliebe für die biblischen Personen diese Mec daillen gegossen oder geprägt. Den wahren Beweggrund zei* gen die Kehrseiten der Me* daillen, auf denen wir meisten* teils Darstellungen aus den Evangelien finden! Wobei zu bemerken ist, daß für das «christliche Interesse diese Kehr* seiten die Hauptseiten (Averse) die, Moses und das versammelte Volk vor der kupfernen Schlange zeigt (Nr. 15 v. J. 1539). Gleichen Ur* sprung haben der harfenspielendeDavid v. J. 1541 (Nr. 22), Simson, der auf seinen Schultern die beiden Stadttore trägt (Nr. 18 v. J. 1558) und die kleine ausdrucksvolle Medaille mit der Opferung Isaks v. J. 1565 (Nr. 2), ferner die undatierten, eben* Abb. 8. Prof. Moriz Kanitz in Wien. Abb. 7. Für Rabbi IsaacBernaysin Hamburg. / ^^' j, {.,\-,- <ky <•<.> s/r '■<■ •*• . ■ Abb. 9. Joseph v. Wertheimer in Wien. Zu Abb. 6 (Rückseite). waren. Von den genannten Medaillen haben nur vier auch auf den dem Beschauer ent gegengesetzten Seiten biblische Darstellungen: Nr.l Gott führt Adam die Tiere des Feldes vor, Nr. 19 David und Jo* nathan auf dem Felde, Nr. 22 Batseba im Bade, David auf dem Dache, Nr. 23 Brustbild Elias. Nach Joachimsthal ins 16. Jahrhundert gehört auch die Mosesmedaille Nr. 11, die uns durch die aufrecht stehenden, nach oben geschweiften Hörner am Kopfe befremdet. Un* , wissenheit hat aus der glän* zenden, strahlenden Gesichts* haut Moses' (Exodus XXXIV, 29, 30, 35) in falscher Über* Setzung des hebräischen pp einen gehörnten Kopf ge schaffen. Immerhin ist der Anblick dieser Medaille ertrag* licher als jener anderen, nicht Zu Abb. 9 (Rückseite).