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Ost und West · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai-Juni 1921) · p. Seite 149 - 150

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Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai-Juni 1921)
Article
Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1921-05-01
Page
Seite 149 - 150 (sequence 4)
Language
German
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149 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 150 verankert war, hatten die Römer keine Macht. „Wo man jenes Glaubensbekenntnis, das Akibacund die anderen Märtyrer mit ihrem letzten Atemzuge be? DIE MEDA1LL1 Fesselt der kleine Münzenschatz durch seine Beziehung zu Palästina das lebhafte Interesse des Beschauers, so ist dies bei der großen Medaillen* Sammlung im gesteigerten Maße der Fall. Führt sie uns doch, wenn wir von dem Abschnitt der biblischen Zeit absehen, Personen und Begebenheiten vom Anfange des 16. Jahrhunderts bis in die Zeit des jüngsten Weltkrieges vor die Augen und ist nicht nur für den Gelehrten, sondern auch für den Laien, für Groß und Klein, verständlich. Hinzu kommt der Umstand, daß eine völlig neue Welt des Wissens erschlossen wird. Bildliche Darstellungen kennen wir gewöhnlich nur aus den Werken der Malerei und Plastik, sowie aus den mannigfachen Äußerungen der graphischen und photographischen Kunst. Der Kunstwert der Medaille oder Schaumünze und ihr Zeugnis für Personen und Ereignisse der Vergangens: heit ist dem Durchschnittsmenschen völlig unbe* kannt und erst der neuesten Forschung ist es zu verdanken, wenn man anfängt, nunmehr auch die Medaille in den Kreis der Kunstgeschichte zu ziehen und als Geschichtsquelle zu verwerten. Auf dem Gebiete des Judentums war das Reich der Medaille vollends eine terra incognita, unbe* kanntes Land. Ihr Entdecker ist Albert Wolf gewesen. Nur wenige haben vor seinen literarischen Veröffentlichungen1) von der Existenz jüdischer Medaillen Kenntnis gehabt, und gar niemand hat auch nur geahnt, daß so viele, so schöne Medaillen auf alle möglichen Personen, Einrichtungen und Begebenheiten des Judentums geprägt worden sind. Es ist aber nicht nur das große Verdienst Wolfs, uns diese Kenntnis verschafft zu haben, er hat auch die Medaillen selber gesammelt. In Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zinn, Messing, Bronze und Aluminium liegt sein reicher Schatz uns vor und macht, seit? dem wir das Erbe übernommen haben, immer weiter ausgebaut und zur Vollständigkeit geführt, unsere Kunstsammlung zu einer einzigartigen Sehens= Würdigkeit. Nirgends findet sich dergleichen. In wechselnden Ausstellungen wird der um? fangreiche Bestand der Medaillen — die allgemeine Bezeichnung schließt die Medaillons, Plaketten, Jetons u. ä. mit ein — nach und nach gezeigt werden. Dieses Mal sind die hervorragendsten *) Siehe das Verzeichnis der Wolfschen Aufsätze in meinen Mitteilungen „Die Kunstsammlung der jüdischen Gemein le zu Be.lin" (Berlin 1917), S. 5 und 10. Nachzutragen sind die. Artikel: Engraving and engravers in medieval and modern times: Jewish Encyclopedia V (1903), 175 bis 177 und Goldsmiths and silversmiths: ibid. VI (1904), 32—33. kräftigten, aussprach, war ein neues Jerusalem und ein neuer Tempel in den Herzen der weithin Zerstreuten geweiht." NS AM M L UNO. Schaustücke ausgestellt, leider ist immer nur Eine Seite sichtbar. Wer die Sammlung eingehender studieren will, wird auch hier den zur Verfügung stehenden Katalog benutzen und sich die in Betracht kommenden Medaillen im Lesesaal der Bibliothek vorlegen lassen. Für den Leser dieses Aufsatzes und für. die erste Betrachtung der Schausammlung wird das folgende Verzeichnis zur Orientierung genügen. Es enthält sechs Abteilungen: L Biblische Personen und Begebenheiten. II. Personen jüdischen Bekennt* nisses u. jüdischer Abstammung. III. Synagogen, Schulen, Stiftungen. IV. Jüdischer Ritus. V. Zur Geschichte der Juden. VI. Varia. I. Biblische Personen und Begebenheiten. 1. Erschaffung E vas. Adam, E va u. die Schlange. S.2) 2—3. Opferung Jsaks durch Abraham. S. 4. Rebecka gibt dem Knechte Abrahams zu trinken.Z. 5. Grablegung Abrahams durch Isak und Ismael. Z. 6. Rahel und Ruth. S. 7. Jakob segnet Ephraim und Manasse. B. 8. Joseph und Daniel. S. 9. Moses wird aus dem Nil gezogen. S. 10. Die Ägypter werden von den Wogen ver* schlungen. S. 11-13. Moses. S., B. 14. Moses mit den Gesetzestafeln. S. 15. Moses und die Israeliten vor der ehernen Schlange. S., vergoldet. 16. Aron. B. 17. Simson zerreißt den Löwen. S. 18. Simson trägt die Stadttore. S. 19. David und Goliath. S., vergoldet. 20-21. David als König. S., B. 22. David mit der Harfe. S. 23. Elias Himmelfahrt. S. 24. Jona wird vom Walfisch ausgespieen. S., ver* goldet. Den Personen der Bibel und der Evangelien sowie den dort erzählten Ereignissen wandte sich schon früh die Kunst der Medailleure zu. Aus der Münzstätte Joachimsthal in Böhmen ging im 16. Jahrhundert eine ganze Anzahl solcher religiösen Medaillen hervor, die man vielfach als Schmuck am Halse, auf der Brust oder am Arme trug. Aus Joachimsthal stammen unsere beiden ältesten da* tierten Stücke: Das prächtige gehenkelte Brustbild Davids im Königsgewände vom Jahre 1538 (Nr. 20: Abb. 2) und die vergoldete figurenreiche Szenerie, -) S. Silber, G. Gold, K. Kupfer, Bl. Blei, Z. — Zinn, M. Messing, B. Bronze, A. Aluminium.

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