Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai-Juni 1921)
- Article
- Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 147 - 148 (sequence 3)
- Language
- German
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147 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 148 Abb. 3. Rebecka tränkt Abrahams Kamele. Abb. 4. Grablegung Abrahams. kämpf (132—135). Damals wurde noch einmal jüdisches Geld, „das Aufstandsgeld des Ben Kosiba" (Talm. Jeruschalmi, Maaser scheni I, 2), geprägt. Da man jedes Andenken an die römische Herrschaft vernichten wollte, nahm man das kursierende Geld der Kaiser und überprägte es. Die alten Symbole Etrog, Lulaw, Weintraube, Weinblatt kehrten wieder, als neue kamen Palmbaum, Lyra, Trompeten, Opferkrug hinzu und vor allem das Bild einer Torhalle, die vielleicht das goldene Tor des Tempelberges dar? stellt. Als Umschrift wurden an* gebracht: Ligeullat Jisrael, Lecherut Jisrael, und am häufigsten Lecherut Jeruschalajim auf die Freiheit Jerusa* lems. Der Name Barkochbas erscheint auf keiner einzigen Münze, wohl aber fast durch* gängig der Name Schimon (einige Male Schimon Nasi), und im ersten Jahre des Aufstandes fünf Mal: Elasar hakohen. Unter Schimon ist wohl kein anderer als der spätere Patriarch Si* monlll. (140-164), der Sohn Gamaliels IL, unter Elasar höchstwahrschein* lieh der Kollege Gamaliels, Elasar ben Asarja, zu verstehen. Unsere Sammlung besitzt zwei un* datierte Tetradrach* men mit der Tor* Abb. 5. Rabbi Elasar ben Samuel naIle> fünf undatierte Schmelka in Amsterdam. Denare (einenindrei Abb. 2. König David Exemplaren), sämtlich auf die ,,Freiheit Jerusalems' einen Denar aus dem Jahr 2 der „Freiheit Jsraels", ferner drei undatierte Mittelbronzen in sieben Exemplaren, eine Mittelbronze aus dem Jahre 1 der „Erlösung Israels" mit dem vollständigen Namen Schi* mon Nasi Jisrael und eine Mittel* bronze aus dem Jahre 2 der „Freiheit Israels", letztere in fünf Exemplaren. Eine Elasarmünze fehlt uns leider. Ist auch der Bestand dieser Aufstands* münzen nicht allzu groß, so sind doch alle Symbole vertreten, und der Be* schauer kann sich immerhin mit Be* friedigung ein Bild von jenem letzten jüdischen Gelde machen. Außer diesen Denkmälern von Silber und Bronze ist aus jener Schlußtragödie des jüdischen Staatslebens nur noch ein geistiger Besitz übrig geblieben, der halachische Stoff der Gotteslehre, den Rabbi Akiba, der geistige Führer des Aufstandes, ordnete und Patriarch Juda L, der Sohn jenes Simon III., in der Mischna zum Abschluß brachte. Mochte auch Hadrian den letzten politischen Widerstand in Blut und Brand ersticken, über den Geist, der von den Lehrhäusern ausging, über den Glauben, der in den Herzen fest Zu Abb. 5 (Rückseite).