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Ost und West · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März-April 1921) · p. Seite 101 - 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März-April 1921)
Article
Maser
Date
1921-03-01
Page
Seite 101 - 102 (sequence 4)
Language
German
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101 Maser 102 „Wenn du nicht redest, rede ich auch nicht; — Jetzt wollen wir zu Bett gehen. Gute Nacht, Gidelche! Probier nun, wie ein reiches Mädchen schläft." * * * Nun ist es nötwendig, ein paar Worte über den Bruder zu sagen, den Simon Levi hatte und den er aus vielen Gründen den Windbeutel nannte, Der Bruder war ein gutgewachsener, hübscher Mensch, der sich, allerdings nur oberflächlich, christlichem Geist und christlicher Denkungsart angeschlossen hatte, und der mit den Christen in ganz anderem Umfang Verkehr pflegte, als Simon. Es war in seiner leichten Art etwas, was Simon Levi schon seit zehn Jahren Windbeutelei genannt hatte. Aber dann hatte der Bruder mit Rücksicht auf seinen Verkehr mit den Christen seinen Namen ein bißchen verchristlicht oder modernisiert. Eigentlich hieß er Mordochai, war aber von klein auf Mortche genannt worden; die übliche Ubersetzung davon ist Marcus. Als aber auch das ziemlich stark jüdisch klang, hatte Mortche seinen Namen allmählich in Martin gemildert, was für Simon eine neue Windbeutelei war, wenn auch ganz im Einklang mit den übrigen. ,,Mein Bruder Mortche — Martin", pflegte er ihn zu nennen, aber nur seiner Schwester Gidel gegenüber; denn Simon war noch ein armer Mann und kritisierte nicht laut. Aber wenn sich Ge? legenheit bot, fügte er wohl hinzu: ,,Wenn Mortche zu Martin wird, zu was wird dann Simon?" Dann konnte er dasitzen und alle möglichen Namen er* sinnen und sich darüber halb amüsieren, halb ärgern. Das war also die zweite Windbeutelei. Die dritte und hauptsächlichste war, daß Mortche oder Martin eigentlich in kleinen Verhältnissen, dabei aber auf ziemlich großem Fuße lebte. Er war nun mal ebenso sanguinisch, wie Simon melan* cholisch war, nahm an, daß der Herrgott schon für ihn sorgen würde, wenn er sich nur gesund und munter hielt. ,,Ich werde doch nie reich genug, um meinem Sohn und meiner Tochter etwas zu hinterlassen," sagte er gewöhnlich, „darum sollen sie eine ver* gnügte Jugend mit mir und meiner Frau haben und lernen, mit Leuten umzugehen, und nach meinem Tode werden sie es machen, wie ich es nach dem Tode meines seligen Vaters gemacht habe; und ich bekam doch das Brot, das ich haben sollte. Was nützt es, sich zu grämen und sich vorzeitig graue Haare wachsen zu lassen?" Das konnte Simon Levi infolge seiner Natur nicht verzeihen, zumal der Bruder, dieser Philosophie zufolge, nie etwas oder nur sehr wenig für Schwester t ~ Z""~'V / ■ \' .V \ - \ v - >~\ ■&;«-.v^rw s r * * * '\ ~" ■ ~ 4_ * - «, A. ' _ ,' "* , , * > t i .; V- - o?*'. > , > ' , .i'r - ■ \ - ' " ~ .\ v - - .* / \ v ~ -• . . . \ . ' (, / % * . t, \ i * ij *>-; {>■ . /~ * : "i '. -;v - -/'"; * »* ';: ü -v * - }• , - * * | ~> <:* *; \ i .* * 1 * , - * \ Z \ V- % ' , . ..... - . - -«* < £ \ / >* ' . - S\ \ ' l V * - r\ , , *• - - v , g : Die regelmäßige Pflege mit OD OL ist die beste Vorbedingung für einen reinen Mund und gesunde Zähne. Wer außerdem noch für die mecha* ______________ __ nische Reinigung der Zähne etwas tun will, verwende Odol-Zahiipasta. Diese zeichnet sich durch besonders feinkörnige Beschaffen* heit, durch guten Geschmack und Geruch aus. Sie verhütet die häßliche Verfärbung der Zähne und die Bildung von Zahnstein. «ß 83«**/

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