Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März-April 1921)
- Article
- Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 65 - 66 (sequence 2)
- Language
- German
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65 i Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin 66 Abb. 2. Palästinensisches Tonlämpchen. praktischeNutzen darf nicht fehlen. Künstler und Kunsthandwerker sollen Vorlagen finden, die.sie an* regen und ihre Arbeiten veredeln, der Zeichner und der Kalligraph für ihre Schöpfungen auf dem Gebiete der Illustration, desBuchschmucks usw., der Wirker und der Sticker für ihre Vorhänge, DeckenundMän* telchen, der Ju*= welier für seine . silbernen und ver* goldeten Kultusgeräte, der Steinmetz für seine Grab* steine, der Baumeister für seine Gemeindebauten usw. Hierbei kann die gedruckte Literatur als ergänzendes Hilfsmittel nicht außer acht gelassen PALÄS werden. Die jüdische Gemeinde Berlin ist in der glücklichen Lage, in den an die Kunstsammlung anstoßendenRäu* men eine Bibliothek von mehr als 43000 Bänden zur Verfügung stel* len zu können. Daß alle Veröffent* lichungenüberjüdischeMuseenso* wie überhaupt über die irgendwo vorhandenenKunstdenkmäler und Altertümer des Judentums vornan* <ien sein m üssen, ist selbstverständ* lieh. Doch soll außerdem der Ge* lehrte eine wechselnde Auswahl «der verschiedenen Literaturen von den seltenen Erstdrucken bis zur heutigen Tagesliteratur, der Mu* sikfreund eine Sammlung von Musikalien, der Lehrer eine solche von Lehrmitteln im Ausstellungs* saal vorfinden. Nichts Jüdisches sei der im Museum verkörperten Kulturwelt fremd. Es wird noch eine Zeit lang {Jauern,bis diesesjüdische Museum sich in Berlin verwirklicht. Dazu sind in erster Reihe größere Räume und reichlichere Geldmittel not* wendig. Immerhin ist seit 1917dank der Schenkung Wolfs der Anfang gemacht,und die j etzige zweite Aus5 Stellung zeigt, daß der Ausbau der Sammlung gedeihlich fortschreitet. Abb. 1. AstartesFigur. Abb. 3. Palästinensische Channukalampe. TINENSISCHE ALTERTÜMER. Von geringem Umfang ist die Sammlung der palästinensischen Altertümer, die von ge* legentlichen Ausgrabungen her* rühren. \ Gehören sie auch wahr* scheinlich oder nachweislich erst der römischen Periode an und stammen meistens aus nichtjü* dischem Besitz, so dienen sie doch zur Aufklärung über das Leben im alten Palästina und sind sichtbare Zeugen einer für uns wichtigen Vergangenheit, aus der uns jeder Überrest erwünscht ist. Am lehrreichsten ist die tönerne Astarte^Götzenfigur, die dem unsere Sammlung besuchen* dem Publikum zum erstenMal den Begriff der Götzen veranschaulicht (Abbildung 1). Mit lebhaftestem Interesse schaut unsere Schul* jugend auf die kleine Puppe, die der Besitzer mit auf die Reise nahm, um stets seinen Gott als Beschützer bei sich zu haben. Demselben heidnischem Kreise gehören zwei Knochenskulpturen aus dem 3. nachchristlichen Jahr* hundert an, die gleichfalls eine Gottheit darstellen. Das Inven* tar palästinensischer Häuser def